Tattoos und Körperschmuck bei der Polizei

Tattoos und Körperschmuck bei der Polizei

Polizeibeamte sind Teil der Gesellschaft und repräsentieren in der Öffentlichkeit auch immer die gesamte Polizei als Organisation. Umso wichtiger ist das Erscheinungsbild und die stetige Neutralität in ihrer Funktion zu wahren. Jeglicher Körperschmuck als Zeichen der Individualität ist deshalb bei der Polizei grundsätzlich nicht erwünscht und nur bedingt geduldet. Entscheidend hierfür sind immer die Art, Lage und Größe des Körperschmuckes. Hierbei wird einmal zwischen dem sichtbaren und dem nicht sichtbaren Bereichen des Körpers unterschieden, dabei ist der Maßstab immer die Dienstkleidung für den Sommer (kurzes Diensthemd).          

Mit Tätowierungen zur Polizei

Für die Mehrheit aller Bundesländer gilt immer noch die Regel für Bewerber bei der Polizei: Tattoos müssen verdeckt werden können. Grundsätzlich sind Tätowierungen bei der Polizei also nicht verboten, diese müssen sich aber mit dem Job vereinbaren lassen und von der Dienstkleidung abgedeckt sein (Ausnahmen möglich). Das bedeutet, dass beim Tragen der Dienstuniform Tätowierungen und Ähnliches nicht sichtbar sein dürfen. Sofern ein Tattoo durch die getragene Uniform nicht vollständig verdeckt wird, ist es in geeigneter und dezenter Weise abzudecken.

Welche Tattoos sind bei der Polizei nicht erlaubt?

Prinzipiell sind Tattoos kein Ausschlussgrund mehr für eine Einstellung bei der Polizei. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn die Tätowierungen im sichtbaren und nicht sichtbaren Bereich des Körpers keine: 

  • Kennzeichnung von verfassungsfeindlicher Organisationen zeigen (Symbole, Fahnen, Parolen o. ä.) oder mit diesen verwechselt werden könnten
  • rechts- oder linksradikal sowie allgemein extremistische Darstellungen sind
  • frauenfeindliche oder Sexistische Darstellungen zeigen
  • entwürdigten und/oder diskriminierenden, Gewalt verherrlichten oder menschenverachtende oder anderweitig fragwürdige Darstellungen zeigt

Auch großflächige und auffällige Tattoos, besonders im Bereich des Kopfes, Halses und den Händen sind weiterhin ein Ausschlussgrund für die Polizei und können einen Eignungsmangel darstellen.   

Welche Tätowierungen sind bei der Polizei erlaubt?

Die Tätowierungen dürfen nicht großflächig sowie auffällig sein, sondern eher neutral und weltoffen (z.B. kleine Blumenmotive, Ornamente, Sterne oder aus wenigen Worten bestehende Sinnsprüche). Des Weiteren müssen die Tattoos Neutralität wahren und sie müssen mit den Polizeidienst und deren Anforderungen an das Auftreten vereinbar sein. 

Über die Zulässigkeit eines Tattoos wird im Rahmen des laufenden Auswahlverfahren in einer Einzelfallentscheidung befunden.

Körperschmuck, Piercings und Implantate bei der Polizei

Polizisten repräsentieren ihr Land und von ihnen wird ein seriöses Erscheinungsbild und Autorität erwartet. Deshalb verbietet es ihnen jeglichen Körperschmuck zu tragen, der ihre Arbeit einschränkt sowie das äußere Erscheinungsbild und die Akzeptanz polizeilicher Maßnahmen beeinflusst.

Wann ist Körperschmuck bei der Polizei grundsätzlich verboten?

Wenn durch den Körperschmuck wie z.B. bei Piercings, Tunnel oder Implantate eine Verletzungsgefahr in polizeilichen Einsätzen erhöht wird oder ausgeht, führt dies zu einer Ablehnung. Hierbei spielt es auch keine Rolle ob sich der Körperschmuck im sichtbaren oder nicht sichtbaren Bereich befindet.

Dürfen Ohrringe und Piercings bei der Polizei getragen werden?

Zur Eigensicherung ist es nicht erlaubt große Ohrringe, Piercings und sogenannte Tunnel oder Plugs im sichtbaren Bereich während der Dienstzeit zu tragen. Ansonsten gilt, Ohrringe oder Piercings sollten dezent und unauffällig sein und keinesfalls die Amtsausübungen eines Polizisten beeinträchtigen. Außerdem erlaubt sind: ein Ring, ein Armband, eine Armbanduhr und eine Halskette, wenn sie keine hervorstehenden Teile hat. Welcher Körperschmuck jedoch zulässig ist und welcher nicht, wird im Einzelfall von den Vorgesetzten entschieden.

Mit Brustimplantaten bei der Polizei bewerben?

Brustimplantate sind kein pauschales Hindernis für die Eignung bei der Polizei. Es entscheidet aber der Polizeiarzt ob die Implantate wegen erhöhter Verletzungsgefahr und ein gewisses Risiko eines Risses der einer schmerzhaften Umkapselung (Fibrose), eine Dienstuntauglichkeit herbeiführen. Es wurde jedoch in jüngster Vergangenheit immer wieder von verschiedensten Gerichten zu Gunsten von abgelehnten Frauen mit Brustimplantaten entschieden. Ein Widerspruch hat durchaus Erfolg. 

Sind religiöse Symbole bei der Polizei erlaubt?

Innerhalb des Dienstes sind religiöse oder weltanschaulichen Symbole im sichtbaren Bereich – die für einen Betrachter eine Zuordnung zu einer bestimmten Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft veranschaulichen – und auffallend religiös oder weltanschaulich geprägte Kleidungsstücke verboten. 

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