Polizei Laufbahn mittlerer Dienst

Polizei Laufbahn mittlerer Dienst: Ausbildung

Der Dienst im mittleren Polizeivollzug ist breit aufgestellt und daher vielseitig und abwechslungsreich. Polizisten und Polizistinnen dieser Polizeilaufbahn übernehmen meist wichtige Aufgaben im Wach- oder Streifendienst. So sind sie beispielsweise für Bürger Ansprechpartner, die Hilfe suchen oder einen Rat brauchen. Sie greifen ein, wenn Menschen in Notsituationen Hilfe benötigen oder schlichten bei Streitigkeiten. Sie nehmen Anzeigen auf, verhängen Bußgelder aufgrund begangener Ordnungswidrigkeiten und sind an der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten beteiligt.

Definition "mittlerer Dienst“

Mit dem mittleren Polizeidienst ist im Allgemeinen eine Laufbahngruppe für Beamte gemeint. Da der Polizeidienst in der Bundesrepublik Deutschland jedoch Ländersache und demzufolge nicht bundeseinheitlich geregelt ist, wird der mittlere Dienst regional unterschiedlich bezeichnet. Die Bezeichnungen

  • Laufbahngruppe 1, zweite Einstiegsebene
  • Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt oder
  • Laufbahngruppe der zweiten Qualifikationsebene

definieren alle den „mittleren Dienst“.

Mittlere Polizeivollzugsdienst: Voraussetzung und Ausbildung

Um in ein Beamtenverhältnis des mittleren Polizeivollzugsdienstes berufen werden zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Hierzu gehört die deutsche Staatsbürgerschaft oder die Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates. Besteht ein dringlicher dienstlicher Bedarf, kann sogar ein nicht EU-Staatsbürger in Deutschland in ein Beamtenverhältnis berufen werden. Genauere Informationen, ob die deutsche Staatsbürgerschaft zwingend gegeben sein muss, kannst du den ausführlichen Beschreibungen hinsichtlich der Einstellungsvoraussetzungen der einzelnen Bundesländer entnehmen. Zudem müssen drei weitere Kriterien erfüllt werden, damit du Polizist/Polizistin im mittleren Dienst werden kannst:

  • Du benötigst einen mittleren Bildungsabschluss: Realschulabschluss, oder einen Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung
  • Du erfüllst die vorgeschriebenen Altersgrenzen die im jeweiligen Bundesland vorgeschrieben sind
  • Wenn noch erforderlich, musst du eine bestimmte Mindestkörpergröße einhalten: Diese liegt zwischen 160 cm und 165 cm je nach Polizei

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildungsdauer im mittleren Polizeivollzugsdienst dauert je nach Bundesland zwischen zwei und zweieinhalb Jahren. Die Ausbildung setzt sich aus theoretischem Unterricht und Praktika zusammen. Die zweijährige Vorbereitungszeit, wie die Ausbildung im Polizeidienst richtig heißt, ist folgendermaßen gegliedert:

  • 11 Monate Theorieunterricht mit anschließender Zwischenprüfung
  • 1 Monat Praktikum
  • 7 Monate Theorieunterricht mit anschließender schriftlicher Prüfung
  • 3 Monate Berufspraktikum
  • 2 Monate Theorieunterricht mit anschließender mündlicher Abschlussprüfung

Wie der Ausbildungsablauf und Prüfungsgestaltung im Detail aussehen, richtet sich nach den Verordnungen und Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Dienstgrade des mittleren Polizeivollzugsdienst

Mit Eintritt in die Ausbildung im mittleren Dienst trägst du den Titel eines Polizeimeisteranwärters/-in. Ist der sogenannte Vorbereitungsdienst mit dem erfolgreichen Abschluss deiner Ausbildung beendet, wirst du zum Polizeimeister/zur Polizeimeisterin ernannt. Nun bekleidest du das Einstiegsamt im mittleren Polizeivollzugsdienst. Dienstbezeichnungen fallen ab sofort weg; es gibt nur noch Amtsbezeichnungen.

Polizeimeisteranwärter (PMAnw)

Ein Anwärter im mittleren Polizeivollzugsdienst, der seinen Vorbereitungsdienst absolviert, trägt den Dienstgrad des Polizeimeisteranwärters/-in. Mit Ausnahme von Bayern wirst du diese Dienstbezeichnung bis zum Ende deiner Ausbildung behalten. Bei der bayerischen Polizei wirst du bereits nach einem Jahr, also nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsstufe I, zum Polizeioberwachtmeister befördert. Der Einsatzbereich als PMAnw befindet sich größtenteils an einem Standort der Bereitschaftspolizei. Berufliche Praktika werden in der Regel bei der Schutzpolizei abgelegt.

Polizeimeister (PM)

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Vorbereitungsdienstes erfolgt die Ernennung zum Polizei- oder Kriminalmeisters. Ab diesem Zeitpunkt bist du Träger/-in einer Amtsbezeichnung. Die Amtsbezeichnung des Polizeimeisters bzw. Kriminalmeisters ist gleichbedeutend mit dem Einstiegsamt im mittleren Vollzugsdienst der Polizei.

Polizeimeister/-innen werden meist als Sachbearbeiter/-innen im polizeilichen Einzeldienst, bei der Bereitschaftspolizei oder in geschlossenen Einheiten (Einsatzhundertschaft) eingesetzt. Das Amt eines Kriminalmeisters (KM) bekleidest du bei der Kriminalpolizei. In der Position eines PMs oder KMs bist du zur Anordnung und Durchführung bestimmter Maßnahmen im Sinne der Strafverfolgung befugt und demzufolge Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft.

Polizeiobermeister (POM)

Hast du als Polizeimeister/-in einige Dienstjahre absolviert, entsprechend Erfahrung gesammelt und dich insgesamt bewährt, kannst du zum Polizeiobermeister befördert werden. Dann wirst du oftmals als Gruppenführer geschlossener Einheiten oder als Sachbearbeiter/-in im Polizei-Einzeldienst eingesetzt. Bist du bei der Kriminalpolizei, wirst du zum Kriminalobermeister (KOM) befördert.

Polizeihauptmeister (PHM)

Später steigst du auf der Karriereleiter vom Polizeiobermeister / zur Polizeiobermeisterin zum Polizeihauptmeister / zur Polizeihauptmeisterin auf; bei der Kriminalpolizei zum Kriminalhauptmeister / zur Kriminalhauptmeisterin (KH). Mit dieser Beförderung steigt auch die Verantwortung für die übertragenen Aufgaben. Als PHM kannst du als Einweisungsbeamter, als Gruppenführer oder -leiter eingesetzt werden oder bereits als Einsatzleiter bei kleineren Einsätzen hauptverantwortlich sein. Bist du im Streifendienst aktiv, kann dir als PHM die Streifenführung anvertraut werden. Ebenso ist es möglich, dass du als Stammbeamter deine Berufserfahrung an eine dir anvertraute Gruppe weitergibst.

Hast du einen speziellen Dienstposten inne, kann dir, zusätzlich zu deiner Besoldung, eine sogenannte Amtszulage gezahlt werden.

Bist du zum Polizeihauptmeister / zur Polizeihauptmeisterin ernannt worden, hast du die höchste Amtsbezeichnung der mittleren Laufbahn im Polizeivollzugsdienst erreicht. Strebst du den nächsthöheren Dienstgrad des Polizeikommissars (PK) an, entspricht dieser dem Einstiegsamt im gehobenen Dienst. Das bedeutet, dass du die Polizeilaufbahn wechseln musst. Bei entsprechender Eignung kannst du dieses berufliche Ziel durch eine Aufstiegsweiterbildung erreichen.

Mittlerer Dienst bei der Bundespolizei

Bist du bei der Bundespolizei, erwarten dich vielfältigere Tätigkeiten als bei der Landespolizei. Bereits während der Vorbereitungszeit erhältst du einen fundierten Überblick der zahlreichen Einsatzbereiche. Somit gestaltet sich auch die Ausbildungszeit wesentlich abwechslungsreicher als in den Polizeistationen der Bundesländer.

Wie bereits erwähnt, wirst du bei den Landespolizeien im Wach-, Streifen- und Postendienst eingesetzt. Bei der Bundespolizei kommen noch drei weitere Hauptdienstzweige hinzu: Grenzschutz, Bahnpolizei und Luftsicherheit.

Grenzschutz

Der Name ist bereits Programm. Der (Bundes-) Grenzschutz schützt die deutschen (Außen-) Grenzen. In diesem Hauptdienstzweig kannst du beispielsweise als Funker in Ost- oder Nordsee eingesetzt werden. Du übernimmst die Verantwortung dafür, dass illegale Einreisen über die Meere nach Deutschland verhindert werden. Außerdem sind Rauschgift- und Waffenkriminalität wichtige Teilbereiche, in denen du mit der Kriminalpolizei eng zusammenarbeitest. Du kannst zum Beispiel am Hamburger Hafen im Bereich des Drogenschmuggels zum Einsatz kommen und mit Polizeihunden zusammenarbeiten.

Bahnpolizei

Polizisten und Polizistinnen der Bahn werden sowohl im Posten- wie auch im Streifendienst eingesetzt. Deine Aufgabe ist es dann, Bahnhöfe und Fahrgäste vor Gewalteinwirkung wie Vandalismus und Diebstahl zu schützen. Wird Gewalt gegen Gebäude oder Personen angewendet, musst du als Polizist/-in eingreifen. Oberstes Gebot in derart stressigen Situationen ist es, absolute Ruhe zu bewahren und dich durch Provokationen nicht aus der Reserve locken zu lassen. Deeskalation ist eine besonders wichtige Aufgabe!

Luftsicherheit

Als Polizeivollzugsbeamter/-in der Bundespolizei im Bereich der Luftsicherheit ist es deine Aufgabe, an den deutschen Flughäfen für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Hierzu gehören unter anderem die Überwachung des Flughafengeländes und die Passkontrolle. Der Dienst ist hinsichtlich der Aufgaben ähnlich wie beim Grenzschutz, denn auch bei der Luftsicherheit ist es deine Pflicht, bei Diebstahl, Vandalismus, Waffen- und Drogenschmuggel wie auch bei Gewalt entsprechend einzuschreiten. Auch hier ist es möglich, dass dich beim Einsatz Polizeihunde begleiten.

Polizei Laufbahn mittlerer Dienst - Gehalt und Verwendung

Egal ob im Streifendienst, in der Dienststelle oder bei der Kriminalitätsbekämpfung tätig, Polizisten sind Beamte und bekommen daher kein Gehalt wie in der freien Wirtschaft, sondern der Verdienst ist in den so genannten Besoldungsgruppen festgelegt. Im mittleren Dienst liegt die Besoldungsgruppe zwischen A7 bis A9. Wie viel Gehalt du als Polizist oder Polizistin wirklich verdienst, hängt aber auch von mehreren Faktoren wie zum Beispiel: Dienstgrad, Alter, Dienstjahre, Familienstand und eventuellen Schicht- und Gefahrenzulagen ab. Des Weiteren ist die Höhe der Bezüge die ein Beamter bekommt auch Länder abhängig, diese bezahlen nämlich nach Tarifvertrag des jeweiligen Bundeslandes. Die Angehörigen der Bundespolizei werden hingegen einheitlich bezahlt, hier entscheidet der Bund über die Höhe der Besoldung.

Verdienst während der Ausbildung

Während der Ausbildung zum mittleren Dienst bist du Beamtenanwärter und bekommst Anwärterbezüge setzen sich aus dem Anwärtergrundbetrag, etwaigen Anwärtersonderzuschlägen, dem Familienzuschlag und den vermögenswirksamen Leistungen zusammen. Die Anwärterbezüge sind jeweils vom Bundesland abhängig und die hier aufgeführten Verdienste Richtwerte.

1. Ausbildungsjahr

ca. 1.100 – 1.250 €

(Brutto)

2. Ausbildungsjahr

ca. 1.150 – 1.350 €

(Brutto)

3. Ausbildungsjahr

ca. 1.200 – 1.400 €

(Brutto)

Bundespolizei - bei Ausbildungsbeginn

ca. 1.170 €

(Netto)

Wie viel verdient man im mittleren Dienst der Polizei?

Hast du deine Ausbildung im mittleren Dienst erfolgreich absolviert, bekommst du mit Ernennung zum/zur Polizeimeister/in auch mehr Gehalt. Wie hoch der Verdienst ausfällt ist im Besoldungsgesetz der jeweiligen Bundesländer geregelt. Je nach Einstufung der Besoldungsgruppe richtet sich auch das Grundgehalt das ein Polizist oder eine Polizistin verdient. Polizeibeamte werden nach der Besoldungsordnung A bezahlt die aus insgesamt 16 Besoldungsgruppen besteht. Dabei stehen die Besoldungsgruppen A7 bis A9 für den mittleren Dienst, die jeweils noch in 8 Erfahrungsstufen eingeteilt sind und dafür sorgen, dass der Verdienst steigt. Das passiert in der Regel durch das Ansteigen der Dienstjahre. Durch Schichtzuschlag wie Nachtdienst oder Wochenendarbeit fällt der monatliche Verdienst meist höher aus, auch der Familienstand spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle wie viel ein Polizist oder eine Polizistin verdient. Ein möglicher Verdienst eines Beamten könnte wie folgt aussehen:

Besoldungsgruppe A7

ca. 2.150 – 2.970 €

(Brutto)

Besoldungsgruppe A8

ca. 2.270 – 3.220 €

(Brutto)

Besoldungsgruppe A9

ca. 2.410 – 3.420 €

(Brutto)

Gehalt bei der Bundespolizei mittlerer Dienst - Besoldung ab dem ersten Tag

BGr. A7, ErfSt. 2, 21 Jahre, ledig

ca. 2.158 €

(Netto)

BGr. A8, ErfSt 4, 28 J., verh., 1 Kind

ca. 2.940 €

(Netto)

BGr. A9, ErfSt 6, 37 J., verh., 1 Kind

ca. 3.260 €

(Netto)

Verwendung und Aufstiegschancen

Hast du die Ausbildung im mittleren Dienst erfolgreich hinter dir gebracht, wirst du in aller Regel erst in einer Einsatzhundertschaft (Bereitschaftspolizei) untergebracht, dort soll dann erstmal Berufserfahrung gesammelt werden. Gut möglich ist aber auch, dass du bei deiner ersten Einsatzdienststelle in einem Polizeiabschnitt tätig bist, wo du mit erfahrenen Polizeibeamten zusammenarbeitest und diese im Dienst sowie auf Streife begleitest. Hast du im Schicht- und Wechseldienst langjährige (mind. 2 Jahre) berufspraktische Erfahrungen gesammelt, dann besteht bei entsprechender Eignung später die Möglichkeit, dass du dich bei Spezialdienststellen, wie beispielsweise den Diensthundführern, der Wasserschutzpolizei oder dem Verkehrsdienst bewerben kannst.

Bei entsprechend guten Leistungen und Fähigkeiten besteht ebenfalls die Möglichkeit, in die Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienst der Schutz- bzw. Kriminalpolizei aufzusteigen. Dazu kannst du verwaltungsinterne Lehrgänge zur Weiterqualifizierung besuchen umso einen Aufstieg in den nächst höheren Dienst anzustreben.  

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