Bundespolizei Einstellungstest

Mit dem Online-Testtrainer Einstellungstest und Assessment-Center der Bundespolizei erfolgreich bestehen.

  • Direkte Freischaltung
  • Echte Online-Tests
  • Tausende Aufgaben
  • Lösungen und Expertentipps
  • Videomaterial

Die Bundespolizei hat aktuell etwa 45.000 Mitarbeiter. Jeder Einzelne trägt zur Sicherheit in ganz Deutschland und in Europa bei. Die Bundespolizei untersteht dem Bundesinnenministerium. Innerhalb der Bundespolizei warten vielfältige, abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgaben auf dich. Hierzu gehören beispielsweise die Wahrung der Sicherheit an Flughäfen, bahn- und grenzpolizeiliche Aufgaben oder der Schutz von Gebäuden und Einrichtungen.

Wenn es dein Wunsch ist, deine berufliche Laufbahn bei der Bundespolizei mit einer Ausbildung oder eines Studiums zu starten, hast du gegenüber anderen Einrichtungen einen entscheidenden Vorteil: Eine Bewerbung ist das ganze Jahr über möglich. Nach Vorliegen deiner Bewerbungsunterlagen werden diese dahingehend überprüft, ob die geforderten Anforderungen erfüllt sind. Passt deine Bewerbung ins Profil und gehörst du somit in den engeren Bewerberkreis, wirst du zum sogenannten Auswahlverfahren der Bundespolizei eingeladen. Bei diesem Test, der übrigens über mehrere Tage geht, kannst du deinen zukünftigen Arbeitgeber von deinen vielfältigen Kenntnissen und Fähigkeiten und deiner Eignung als zukünftiger Beamter und zukünftige Beamtin im Polizeivollzugsdienst überzeugen.

Als Bundespolizist und Bundespolizistin bist du in der Luft, zu Wasser oder an Land bei Kontroll-, Ermittlungs- und Fahndungseinsätzen aktiv. In der Regel arbeitest du sowohl mit den Landespolizeien als auch anderen Sicherheitsbehörden intensiv zusammen. Internationale Einsätze, beispielsweise im Auftrag der EU oder den Vereinten Nationen (UN), gehören ebenfalls zum umfangreichen Aufgabengebiet der Bundespolizei. Nicht zu vergessen Spezialeinheiten wie die GSG 9, die für besondere Einsätze angefordert werden.

Inhalte des Einstellungstest bei der Bundespolizei

Nach Eingang deiner Bewerbung wird anhand deiner Bewerbungsunterlagen überprüft, ob du die formalen Voraussetzungen für eine Einstellung erfüllst. Der Lebenslauf spielt hierbei eine wichtige Rolle, aber selbstverständlich tragen deine eingereichten Zeugnisse und die ärztlichen Unterlagen ebenso zur Entscheidungsfindung bei. Wirst du als geeignet eingestuft, bekommst du eine Einladung zum mehrtägigen Eignungsauswahlverfahren (EAV). Dieses unterscheidet sich im Detail von Laufbahn zu Laufbahn, besteht aber grundsätzlich aus vier Prüfungsteilen: 

  • schriftlicher Test
  • mündlicher Test
  • Sport-Check
  • polizeiärztliche Untersuchung

Die Dauer des Einstellungstests beträgt für die Bewerber und Bewerberinnen im mittleren Dienst 2-3 Tage und beim gehobener Dienst bis zu 4 Tage.

Schriftlicher Prüfungsteil des mittleren Dienstes

Wie bereits erwähnt, gibt es für den schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil Unterschiede für die mittlere und gehobene Laufbahn. Hast du dich für den mittleren Vollzugsdienst bei der Bundespolizei beworben, startet der Einstellungstest mit einem Diktat. Warum das? Als Bundespolizist wird es zu deinen Aufgaben gehören, Einsatzprotokolle, Strafanzeigen und Berichte für Ermittlungsakten zu schreiben. Ob du der deutschen Schriftsprache mächtig bist, also Rechtschreibung und Interpunktion beherrschst, kannst du im Diktat unter Beweis stellen. Der Diktattext hat etwa eine Länge von 180 Wörtern. Wenn du dich vorbereiten möchtest, kannst du dir das auf der Internetseite der Bundespolizei veröffentlichte Übungsdiktat von einem Familienmitglied oder Freund diktieren lassen. So kannst du den geforderten Schwierigkeitsgrad besser einschätzen.

Das Diktat

Beim Diktat stehen in erster Linie Rechtschreibung und Zeichensetzung auf dem Prüfstand. Im Rahmen deiner Vorbereitung ist es hilfreich, die aktuellen Regeln in folgenden Bereichen zu verinnerlichen:

  • korrekte Schreibung von S-Lauten
  • Groß- und Kleinschreibung
  • Zusammen- und Getrenntschreibung
  • Zeichensetzung (insbesondere die Komma-Regeln)

Hast du das Diktat erfolgreich abgeschlossen, ist der schriftliche Teil überstanden und es geht in den Sport-Check. Haben dich hingegen zu viele Fehler im Diktat ausgebremst, ist das EAV für dich leider schon wieder vorbei.

Der schriftliche Test für den gehobenen Dienst

Hast du dich für die gehobene Laufbahn entschieden, startet der Eignungstest ebenfalls mit dem schriftlichen Teil, allerdings hast du zwei Prüfungen zu absolvieren: den Intelligenz- und den Deutschtest.

Intelligenztest

Beim Intelligenztest musst du viele Fragen aus nachfolgenden Themenbereichen beantworten:

  • Allgemeinbildung
  • Geschichte
  • logisches Denken und visuelles Denkvermögen
  • Mathematik
  • Politik

Hierbei musst du nicht frei formulieren oder schreiben, da die meisten Aufgaben als sogenannte Auswahlfragen gestellt werden, bei denen du aus mehreren zu einer Frage gehörenden Antwortmöglichkeiten die richtige Lösung auswählst (Multiple-Choice-Verfahren).

Der Deutschtest - Aufsatz schreiben (Erörterung)

Der Deutschtest entspricht im Rahmen des schriftlichen Teils des Einstellungstests einem Aufsatz. Neben der Tatsache, dass du später im Polizeidienst regelmäßig schriftliche Dokumente anfertigen musst, müssen auch während des Studiums Klausuren geschrieben werden. Deshalb ist es für die Bundespolizei interessant zu erfahren, ob du zu einem Thema Stellung beziehen und deine Überlegungen dazu schlüssig und logisch aufgebaut nachvollziehbar und auf den Punkt formulieren kannst. Selbstverständlich fließen Ausdruck, Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion deiner Arbeit ebenfalls in die Bewertung ein.

Aufgabenstellung ist das Schreiben einer Erörterung. Das Thema wird vorgegeben. Achten bereits beim Lesen des Themas auf die Formulierung des Themas. Erörtern bedeutet nicht zwangsläufig, Pro- und Contra-Argumente einander gegenüberzustellen. Ein Beispiel: Geht es um das Thema, warum das äußere Erscheinungsbild eines Polizisten eine gewichtige Rolle spielt, ist es nicht zielführend, diese These mit Aspekten zum Für und Wider zu untermauern. In diesem Beispiel ist daher die lineare Erörterung der Weg zum Ziel. Du musst Gründe für diese These finden (nicht dagegen) und diese dann ausführlich erläutern.

Beispiele: Aufsatz schreiben im Polizei Einstellungstest findest du hier https://einstellungstest-polizei-zoll.de/aufsatz/

Der Sporttest bei der Bundespolizei

Wer sich für eine Karriere bei der Bundespolizei entscheidet, muss nicht nur im Kopf, sondern vor allem auch körperlich in einer Top-Verfassung sein. Nur so wird es dir auf Dauer gelingen können, den körperlichen Belastungen des Polizeiberufs gewachsen zu sein. Deshalb wird mittels Sporttest deine körperliche Leistungsfähigkeit auf Herz und Nieren geprüft. Alle Bewerber durchlaufen dabei den gleichen „Parcours“, also unabhängig davon, welche Laufbahn sie einschlagen. Beim Sporttest musst du drei Disziplinen absolvieren und in allen Teilen bestehen, um zum nächsten Prüfungsteil zugelassen zu werden.

1. Koordinationstest

Die erste Disziplin lautet Koordination. Bei der Übung handelt es sich um eine Variante des Kasten-Bumerang-Tests. Im Übungsfeld liegt auf der einen Seite eine Turnmatte, an den anderen drei Seiten findest du Trainingshilfen. Hierzu gehören zwei mit einer Querstange verbundene Stangen, die einem Mini-Reck ähneln. In der Mitte des Feldes befindet sich ein Medizinball. Und so sieht der Ablauf des Koordinationstests aus:

  • Nach dem Startkommando durch den Prüfer beginnst du mit einer Vorwärtsrolle über die Turnmatte.
  • Danach läufst du um den Medizinball links herum, springst durch die erste Trainingshilfe und kriechst unter ihr auf das Feld zurück.
  • Jetzt umläufst du den Medizinball erneut (wieder links herum), überspringst die zweite Trainingshilfe und kriechst auch unter ihr hindurch (zurück aufs Feld).
  • Anschließend läufst du noch einmal links um den Medizinball herum, springst über die letzte Trainingshilfe und krabbelst unter ihr hindurch.
  • Zum Schluss läufst du ein letztes Mal links um den Medizinball herum und rennst, über die Turnmatte hinweg, durch das Ziel.

Entscheidend für den Koordinationstest sind Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Konzentration. Beim Durchlaufen des Parcours darfst du weder den Medizinball verschieben noch berühren. Falls du das tust, musst du zum Start zurück, die Zeit läuft jedoch weiter. Außerdem musst du die vorgegebene Reihenfolge beachten, andernfalls gibt es Punktabzug.

Testbewertung: Der Test gilt, eine ordnungsgemäße Durchführung vorausgesetzt, bei folgenden Leistungen als ausreichend (2 von 5 Punkten) erfüllt:

Bewerberinnen:

  • bis 17 Jahre: 21,5 s
  • 18-29 Jahre: 21,0 s
  • ab 30 Jahre: 22,0 s

Bewerber:

  • bis 17 Jahre: 18,5 s
  • 18-29 Jahre: 18,0 s
  • ab 30 Jahre: 19,0 s

Die Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Testablaufs führt zur Bewertung der Übung mit dem Punktwert 0. Andere Fehler bei der Durchführung des Testes führen zu Punktabzügen.

Quelle: Bundespolizei https://www.komm-zur-bundespolizei.de/info-sporttest

2. Pendellauf (4-mal 10 m)

Die zweite Übung ist von der Durchführung relativ einfach, aber trotzdem sehr anspruchsvoll. Beim Pendellauf handelt es sich um eine Koordinationsübung, in der besonders deine Beweglichkeit und Gewandheit geprüft wird. Zur Überprüfung der Bewegungsschnelligkeit stehen zwei kleine Turnkästen auf einer Linie 10 Meter auseinander. Der Ablauf des Pendellaufs gestaltet sich wie folgt:

  • Du startest aus einer Schrittstellung, eine Hand berührt dabei den Kastendeckel
  • Auf Kommando sprintest du zu dem gegenüberliegenden Kasten, tippst mit einer Hand den Kastendeckel an und sprintest wieder zurück
  • Insgesamt musst du die 10 Meter Strecke zwischen den Turnkästen viermal zurücklegen

Testbewertung: Der Test gilt, eine ordnungsgemäße Durchführung vorausgesetzt, bei folgenden Leistungen als ausreichend (2 von 5 Punkten) erfüllt:

Bewerberinnen:

  • bis 17 Jahre: 11,9 s
  • 18-29 Jahre: 10,9 s
  • ab 30 Jahre: 11,9 s

Bewerber:

  • bis 17 Jahre: 10,9 s
  • 18-29 Jahre: 10,3 s
  • ab 30 Jahre: 10,9 s

Quelle: Bundespolizei https://www.komm-zur-bundespolizei.de/info-sporttest

3. 12-Minuten-Lauf

Zum Schluss der Sporttests steht noch der 12-Minuten-Lauf auf dem Programm. Der Dauerlauf (auch als Cooper-Test bekannt) dient der Überprüfung deiner Kondition. Der Lauf findet in der Halle statt. Ein markiertes Rechteck gilt es zu umrunden; eine Runde entspricht 100 Metern. Nach dem Startkommando durch den Prüfer drehst du – gegen den Uhrzeigersinn – 12 Minuten lang deine Runden um das vorgegebene Rechteck. Nach jeder Runde erhältst du vom Prüfer die Information, wie viel Zeit noch bleibt. Nach zwölf Minuten sind Lauf und Sporttest beendet.

Testbeschreibung: Die Bewerberin/der Bewerber steht an der Startlinie. Der Start erfolgt durch einen Pfiff. Die Bewerberin/der Bewerber soll nun ein markiertes Rechteck, mit einem Umfang von 100 m, innerhalb von 12 Minuten, entgegen dem Uhrzeigersinn, möglichst oft umrunden. Nach erfolgtem Start wird zu jeder verstrichenen Minute die noch zur Verfügung stehende Zeit zugerufen. Ist die letzte Minute angebrochen, so werden auch die jeweils verbleibenden 45, 30 und 15 Sekunden zugerufen. Ein Pfiff beendet den Lauf nach 12 Minuten.

Testbewertung: Der Test gilt, eine ordnungsgemäße Durchführung vorausgesetzt, bei folgenden Leistungen als ausreichend (2 von 5 Punkten) erfüllt

Bewerberinnen:

  • bis 17 Jahre: 19 Runden (1900 m)
  • ab 18 Jahre: 20 Runden (2000 m)

Bewerber:

  • bis 17 Jahre: 23 Runden (2300 m)
  • ab 18 Jahre: 24 Runden (2400 m)

Quelle: Bundespolizei https://www.komm-zur-bundespolizei.de/info-sporttest

Bewertung des Sporttests

In jeder Disziplin kannst du maximal neun Punkte erreichen. Damit der Sporttest als bestanden gewertet werden kann, muss der Durchschnittswert aller Übungen bei mindestens vier Punkten liegen. Das bedeutet, dass du eine schwächere Übung (mit 2 oder 3 Punkten) durch eine bessere (mit 5 oder 6 Punkten) ausgleichen kannst.

Sporttest Vorbereitung

Wichtig ist es, dass du die drei Disziplinen regelmäßig trainierst. Idealerweise führst du den Sportteil immer komplett durch. Bei der Prüfung sind zwischen den Übungen keine großen Pausen vorgesehen und du musst sie alle hintereinander schaffen. Wertvolle Infos und Tipps zur Vorbereitung findest du auf unserer Homepage. Aber auch die Videos der Bundespolizei sind dir eine gute Hilfe, da sie genau zeigen, wie die einzelnen Tests der Sportprüfung korrekt ablaufen.

Bundespolizei Assessment-Center - Mündlicher Test

Als Bewerber/-in für den gehobenen Polizeidienst durchläufst du im Rahmen des Einstellungstests ein Assessment-Center, das aus drei Prüfungsteilen besteht:

  • Gruppendiskussion
  • Kurzvortrag
  • Interview

Gruppendiskussion

Während der Gruppendiskussion sitzt du mit anderen Kandidaten in einer Gruppe zusammen. Beim zu diskutierenden Thema geht es um das aktuelle Zeitgeschehen. Du wirst nun den Befürwortern oder den Gegnern dieses Themas zugeordnet. In der Diskussionsrunde geht es nun darum, gute Argumente (dafür oder dagegen – je nach Zuordnung) vorzutragen und mit den anderen Bewerbern zu diskutieren. Die Zielvorgabe lautet, dass von deiner Gruppe am Ende eine gemeinsame Lösung erarbeitet werden konnte.

Kurzvortrag

An die Gruppendiskussion schließt sich der Kurzvortrag an. Hierzu werden dir mehrere Themen aus den Bereichen Gesellschaft und Politik vorgelegt, aus denen du eines auswählen kannst. Zusätzlich bekommst du Materialien an die Seite gestellt, die du zur Präsentation deines Vortrags einsetzen kannst. Der Kurzvortrag wird vor der Prüfungskommission gehalten. Die Prüfer möchten erfahren, ob du imstande bist, einen neuen Sachverhalt schnell zu erfassen und dazu überzeugend Stellung nehmen kannst. Bewertet werden hier sowohl deine vorgetragenen Inhalte als auch deine Fähigkeit, dich verbal angemessen, verständlich und überzeugend auszudrücken.

Interview

Im letzten Teil der mündlichen Prüfung wartet das Interview. Hierbei geht es nicht ausschließlich um deine Person und Fragen zu deinen Stärken und deiner Motivation, eine Karriere bei der Bundespolizei anzustreben. Es wird auch auf deinen zuvor gehaltenen Kurzvortrag Bezug genommen, dabei eventuell auf ein paar Punkte deiner Ausführungen eingegangen und nachgehakt. Es ist ebenso möglich, das zu deinem Vortrag weitere Fragen gestellt werden, um dein Wissen zu diesem Thema zu überprüfen.

Das Vorstellungsgespräch im Bundespolizei Einstellungstest

Wer es bis hierhin geschafft und alle Prüfungsteile bestanden hat, muss sich im Vorstellungsgespräch beweisen. Nun geht es ausschließlich um die eigene Person. Die Prüfer (in der Regel drei oder vier) möchten dich im Austausch mit dir besser kennenlernen. Mit nachfolgenden Fragen solltest du rechnen:

  • Welche Aufgaben haben Sie bisher übernommen?
  • Welche Ihrer Eigenschaften würden Sie besonders hervorheben?
  • Wo liegen Ihrer Ansicht nach Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen?
  • Warum haben Sie sich für eine Karriere im Polizeivollzugsdienst entschieden?
  • Warum sind Sie davon überzeugt, ein guter Bundespolizist / eine gute Bundespolizistin zu werden?

Neben diesen klassischen Fragen solltest du aber auch auf Fragen zur Allgemeinbildung und dem aktuellen Zeitgeschehen vorbereitet sein. Außerdem werden dir unterschiedliche Situationen geschildert, in denen du dich befinden kannst. Du musst in der Lage sein, dich schnell in eine gestellte Situation hineinfühlen zu können, um dann zu erklären, wie du dich verhalten würdest.

Der Einstellungstest für den höheren Polizeivollzugsdienst

Neben dem mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst kannst du dich bei der Bundespolizei auch für die dritte, höhere Laufbahn entscheiden. Selbstverständlich musst du auch hierfür das Eignungsauswahlverfahren durchlaufen und die Prüfungen allesamt bestehen. Allerdings unterscheidet sich der Ablauf im Vergleich zu den beiden anderen Laufbahnen (unabhängiges, eigenständiges Verfahren). Der Einstellungstest erfolgt in einem Assessment-Center, dauert zwei Tage und findet auf Einladung des Auswahldienstes an der Bundespolizei-Akademie in Lübeck statt.

Zudem gibt es auch eine Abweichung im Bewerbungsverfahren. Polizeivollzugsbeamte im höheren Dienst werden nur bei Bedarf eingestellt, feste Einstellungstermine entfallen. Die freien Stellen werden deshalb online veröffentlicht.

Die polizeiärztliche Untersuchung

Bei der Bundespolizei kann nur arbeiten, wer über eine gute und vor allem stabile Gesundheit verfügt. Deshalb ist auch die polizeiärztliche Untersuchung der Bewerber Teil des Auswahlverfahrens, die ganz am Ende des Einstellungstests durchgeführt wird. Dadurch soll sichergestellt werden, dass du dich aus medizinischer Sicht für den Polizeidienst eignest. Zudem wird festgestellt werden, ob bei dir bereits gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, die zu einem späteren Zeitpunkt problematisch werden könnten. Aus diesem Grund musst du dich beim Gesundheitscheck mehreren Teiluntersuchungen unterziehen. Diese sind:

  • Belastungs-EKG
  • Hör- und Sehtest
  • Blutuntersuchung
  • Urintest
  • allgemein körperliche Untersuchung
  • Drogenscreening

Die Dienstvorschrift 300 der Polizei gibt Aufschluss darüber, welche gesundheitsrelevanten Kriterien eine Eignung für den Polizeidienst bestätigen.

Häufig gestellte Fragen zum Einstellungstest der Bundespolizei

Bei der Bundespolizei kannst du dich das ganze Jahr über bewerben, es gibt keine festen Fristen mehr. Erfüllst du alle Voraussetzungen, kannst du dich ganz einfach online bewerben. Dazu musst du nur das online bereitgestellte Bewerbungsformular ausfüllen und abschicken. Zeugnisse, Atteste und sonstige Bescheinigungen werden hingegen auf dem Postweg bei der Bundespolizei eingereicht.

Wenn du als Bewerber infrage kommst, wirst du zum Einstellungstest in eins der sechs bundesdeutschen Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei oder direkt zur Bundespolizeiakademie in Lübeck eingeladen. Demzufolge wirst du entweder in Bamberg, Eschwege, Neustrelitz, Oerlenbach, Swisttal oder Walrode am Einstellungstest teilnehmen. Welches Ausbildungszentrum für dich ausgewählt wurde, wird in deiner Einladung bekanntgegeben.

Die Bundespolizei stellt Bundespolizeianwärter und -anwärterinnen jährlich zum 1. März und 1. September für den mittleren Dienst und​ zum 1. September in den gehobenen Dienst ein.​

Online-Bewerbungen sind jederzeit möglich. Beachte jedoch, dass deine Bewerbung spätestens acht Monate vor dem Einstellungsbeginn bei der Behörde eingegangen ist. Für eine Einstellung zum 1. März ist der Stichtag des Bewerbungseingangs der 30. Juni des Vorjahres. Beginnt deine Ausbildung oder dein Studium am 1. September, muss der Bundespolizei deine Bewerbung spätestens am 31. Dezember des Vorjahres vorliegen.

Die Einstellungstests des mittleren Dienstes starten ab Juli, für den gehobenen Dienst ab August. Zu welchem Zeitpunkt eine Einladung an dich erfolgt, hängt vom Zeitpunkt deiner Bewerbung und der Anzahl der Bewerber ab. Je später du dich bewirbst, umso länger wirst du auf eine Benachrichtigung/Einladung warten müssen.

Das Auswahlverfahren erstreckt sich über mehrere Tage. Für den Eignungstest des mittleren Dienstes musst du zwei bis drei Tage einplanen, für den gehobenen Dienst dauert es einen Tag länger. Das setzt aber voraus, dass du alle Prüfungsteile bestehst. Fällst du bei einer Einzelprüfung durch, wirst du für die nachfolgenden gar nicht mehr zugelassen. Der Test wird als „nicht bestanden“ gewertet und der Einstellungstest ist für dich beendet.

Während deiner Teilnahme am Eignungstest wird dir von der Bundespolizei eine kostenfreie Übernachtungsmöglichkeit bereitgestellt. Die angebotene Verpflegung vor Ort musst du allerdings selbst zahlen.

Die Bundespolizei übernimmt deine Fahrtkosten bei Vorlage entsprechender Quittungen. Reist du mit dem eigenen Auto an, werden 20 Cent pro gefahrenem Kilometer erstattet (Höchstbetrag: 100 Euro). Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden dir von der Bundespolizei die Kosten für eine 2.-Klasse-Bahnfahrkarte ersetzt.

Mit einer guten bis sehr guten Vorbereitung steigerst du deine Chancen erheblich, das Einstellungsverfahren erfolgreich zu meistern. Deshalb solltest du frühzeitig starten und ausreichend Zeit dafür einplanen. Es ist wichtig, dass du dich vor allem mit den Prüfungsbausteinen intensiv befasst, die dir weniger liegen. Nachfolgende Tipps werden dir sicherlich bei deinen Vorbereitungen helfen:

  • Für den schriftlichen Einstellungstest gibt es den Plakos-Testtrainer mit unzähligen Tests, authentischen Fragen und Übungsaufgaben zur Bearbeitung. Es ist sogar möglich, einen Einstellungstest komplett online durchzuführen. Außerdem lohnt es sich, bei Bedarf auf Fachliteratur zurückzugreifen. Eine weitere Hilfe bieten dir umfangreiche Informationen aus erster Hand, die auf der Homepage der Bundespolizei zu finden sind.
  • Ohne großen Extra-Aufwand kannst du dich über das aktuelle Weltgeschehen informieren; durch Zeitung lesen, Nachrichten schauen und Radio hören. Auch das Internet und zahlreiche Apps halten dich bezüglich Zeitgeschehen auf dem Laufenden.
  • Auf Fragen zum Allgemeinwissen kannst du dich durch Quizspiele und Quizsendungen im wahrsten Sinne des Wortes spielend vorbereiten.
  • Eine intensive Vorbereitung auf den Sporttest ist ebenfalls zu empfehlen. Es wäre ein großer Fehler, dieses Prüfungsteil bei den Vorbereitungen zu vernachlässigen („Ich bin doch ein sportlicher Typ!“). Informiere dich über die zu absolvierenden Disziplinen beispielsweise auch auf der Homepage der Bundespolizei oder schau dir Videos auf YouTube dazu an. Und auch für die Vorbereitung auf den Sporttest gilt: früh genug damit beginnen und genügend Zeit für intensive Trainingseinheiten einplanen.
  • Auf persönliche Fragen solltest du passende Antworten parat haben. Überlege dir daher schon im Vorfeld, warum es dein großer Wunsch ist, bei der Bundespolizei zu arbeiten, sei dir über deine Stärken und Schwächen im Klaren und überzeuge durch ein selbstsicheres Auftreten.
  • Apropos Selbstsicherheit: Auch das kannst du im Vorfeld üben. Lass dir von einem Freund/Bekannten Fragen stellen und beantworte sie vor einem Spiegel. So nimmst du deine eigene Mimik, Gestik und Haltung in der „Prüfungssituation“ unmittelbar wahr. Zudem erhältst du auch sofort ein konstruktives Feedback von deinem Gegenüber mit der Möglichkeit, Unsicherheiten zu eliminieren (und Wissenslücken zu schließen).
  • Ebenso wichtig ist es, die Strukturen, Aufgaben und Organisation der Bundespolizei gut zu kennen.

Ob es gut oder weniger gut läuft, wirst du während des Testverlaufs selbst sehr gut einschätzen können. Hast du alle Prüfungsteile erfolgreich absolviert, wird dir von den Prüfern zunächst dein vorläufiges Ergebnis mitgeteilt. Ob daraus dann letztendlich eine Zu- oder Absage wird, entscheidet sich zu einem späteren Zeitpunkt, da deine polizeiärztliche Untersuchung noch aussteht und am Ende des Eignungstests die Gesamtergebnisse aller Teilnehmer in eine Rangliste eingetragen werden. Je höher du in dieser Liste geführt wirst, umso größer ist die Chance auf eine Zusage. Werden beispielsweise 220 Ausbildungsplätze vergeben und du bist auf Platz 220 oder besser platziert, ist deine Einstellung sicher.

Wenn es bei diesem Auswahlverfahren für dich nicht gereicht hat, kannst du dich für das nächste Einstellungsjahr erneut bewerben (keine Sperrfristen) und das nicht nur einmal. Einzige Voraussetzung ist, dass auch bei weiteren Versuchen die formalen Einstellungsvoraussetzungen eingehalten werden. Hast du dich schon häufiger beworben, sind die Anforderungen für eine erneute Einladung allerdings etwas strenger.

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