Polizei​ Bewerbung

Bewerberportal für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst. 

  • Voraussetzungen
  • Auswahlverfahren
  • Sporttest
  • Ärztliche Untersuchung
  • Karriere

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Allgemeine Infos zur Bewerbung bei der Polizei

Polizei ist in Deutschland Ländersache und jedes Bundesland legt somit seine Voraussetzungen und Einstellungstermine selber fest. Wenn du dich also für eine Polizeiausbildung oder ein Studium bei der Polizei bewerben möchtest, musst du dich zunächst erst einmal erkundigen wann der genaue Einstellungstermin ist und welche Fristen für die Bewerbung gelten. In einigen Bundesländern gibt es auch zwei Einstellungstermine pro Jahr für die Polizeibewerber. Die Bewerbungsphase beginnt in der Regel ein Jahr vor dem Einstellungstermin. 

Die Termine und Fristen für eine Bewerbung sowie die Einstellungstermine findest du auf den jeweiligen Internetseiten der Landespolizeien (www.polizei.de). Auch alle wichtigen Formulare die man ausfüllen muss sind dort  zum ausdrucken hinterlegt. Neben den postalischen Weg erfolgt die Bewerbung in den meisten Bundesländern online oder über ein eigenes Bewerbungsportal, wo du dich dann registrieren musst. Informationen zur Bewerbung entnimmst du bitte von den offiziellen Internetauftritten der entsprechenden Polizei. 

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Persönliche Voraussetzungen für die Polizei

Bevor du dich bei einer der 16 Landespolizeien in Deutschland bewirbst, solltest du wissen welche Anforderungen an dich gestellt werden und ob du diese für eine Bewerbung erfüllst. Die Arbeit bei der Polizei ist nämlich sehr anspruchsvoll und im höchsten Maße auszuüben, deshalb sind die Voraussetzungen für die Bewerber hoch. Neben einer starken Teamfähigkeit, einem hohen Verantwortungsbewusstsein sowie einer ausgeprägten Kommunikationsbereitschaft und körperlichen Fitness, musst du auch noch grundlegende Voraussetzungen erfüllen, damit deine Bewerbung bei der Polizei berücksichtigt wird. Um also eine Einladung zum Eignungsauswahlverfahren (EAV) zu erhalten, solltest du auch die formalen Kriterien wie z.B. Bildungsstand, Mindestgröße oder Alter erfüllen.  

  • Die Deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen EU-Mitgliedstaates haben.
  • Jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintreten.
  • Das jeweilige Höchstalters nicht überschreiten.
  • Die geforderte Mindestgröße einhalten (Ausnahmen möglich).
  • Im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse B mit Schaltgetriebe sein.
  • In geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben.
  • Nicht Vorbestraft und charakterlich geeignet sein.
  • Keine sichtbaren oder inhaltlich unzulässigen Tätowierungen haben (Ausnahmen möglich).

Häufig gestellte Fragen

Bewerben kann sich grundsätzlich jeder der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt oder Staatsangehörige/r eines Mitgliedslandes der Europäischen Union ist. 

Für Bewerber die aus einen nicht EU-Mitgliedsstaat kommen gelten besondere Regelungen. Voraussetzung dafür ist das ein dringendes dienstliches Bedürfnis an der Gewinnung des Bewerbers besteht. In der Regel ist diese Voraussetzung mit dem erfolgreichen abschließen des Auswahlverfahrens erfüllt, wenn ein hoher Anteil dieser Bevölkerungsgruppe in dem Bundesland lebt, die Bewerberin/der Bewerber neben der deutschen Sprache auch die jeweilige Muttersprache spricht und eine Aufenthalts-/ Niederlassungserlaubnis für Deutschland vorhanden ist. (Bei Bedarf bitte erfragen)

Polizisten sind Staatsdiener und dementsprechend repräsentieren sie diesen auch. Sie haben gegenüber Deutschland und deren Verfassung eine sogenannte Treuepflicht und müssen die Menschenrechte, Gewaltenteilung und Volkssouveränität anerkennen. Des Weiteren müssen Polizeibeamte sich auch eindeutig von Gruppierungen und Bestrebungen distanzieren, die  den Staat oder deren Verfassung bekämpfen oder diffamieren.

Die Altersgrenzen bei der Polizei variieren von Bundesland zu Bundesland und sind auch abhängig davon für welche Laufbahn man sich bewirbt. In der Regel liegt das Höchstalter aber zwischen 27 Jahren bis etwa 37 Jahren. Ausnahmen sind möglich.    

Auch die Mindestgröße wird von jeder Polizei selbst festgelegt. Diese wurde aber schon in einigen Bundesländern komplett abgeschafft, dazu zählen: Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland, ebenso die Bundespolizei und der Zoll. Ansonsten schwankt die Mindestgröße bei den restlichen Polizeien für Frauen von 160cm bis 165cm. Die Männer benötigen hingegen noch etwas mehr an Körpergröße, denn hier liegen die Werte bei 160cm bis 168cm. Ausnahmen sind möglich.

Voraussetzung für die Bewerbung bei der Polizei ist auch ein Führerschein der Klasse B für Fahrzeuge mit Schaltgetriebe. Ob dieser zum Zeitpunkt der Einstellung vorliegen muss oder erst später, ist von der Polizeibehörde und Laufbahn abhängig.  

Hier möchte man ausschließen Jemanden in den Polizeidienst zu übernehmen, bei dem vorauszusehen ist, dass er Aufgrund von hohen Schulden entweder nur durch Straftaten oder sogar durch Straftaten im Amt, wie z.B. Bestechlichkeit sich finanzieren kann. Ein Bewerber sollte also in der Lage sein seine regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und keine übermäßigen Schulden oder Verbindlichkeiten haben. BAFÖG-Kredite oder Leasingverträge stellen grundsätzlich kein Hindernis dar. 

Grundsätzlich werden Bewerber mit Vorstrafen bei der Polizei abgelehnt. Ausnahmen sind aber möglich, wenn die Vorstrafe sehr gering ist und trotzdem die charakterliche Eignung des Bewerbers von der Einstellungsbehörde bejaht wird. Ob eine Ausnahme gemacht wird, ist zudem immer eine Einzelfallentscheidung.

Für eine Bewerbung bei der Polizei ist der Nachweis der Schwimmtauglichkeit Einstellungsvoraussetzung. Das Deutsche Schwimmabzeichen muss je nach Bundesland mindestens in Bronze oder Silber vorliegen und darf zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 12 Monate sein. Alternativ kann auch das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (mindestens Bronze) als Schwimmtauglichkeitsnachweis dienen. Bewerber und Bewerberinnen unter 18 Jahren müssen das Deutsche Jugendschwimmabzeichen absolvieren. Das Deutsche Schwimmabzeichen kann in der Regel, in den meisten Schwimmhallen bei den Bademeistern erworben werden. Lese dazu auch den Artikel Polizei Schwimmabzeichen und Schwimmtest.

In Zusammenhang mit der Bewerbung bei der Polizei spielen Tätowierungen immer noch eine Rolle. Sie sind zwar nicht generell verboten, dürfen aber beim tragen der Dienstkleidung nicht sichtbar sein (Ausnahmen möglich), so die allgemeine Regelung der Polizeien. Mehr zum Thema Tätowierungen und Körperschmuck bei der Polizei.

Schulabschluss und Berufserfahrung für die Polizei

Der Schulabschluss bzw. der Bildungsstand spielt bei der Entscheidung welche Laufbahn du bei der Polizei einschlagen möchtest eine große Rolle. Ist nämlich für den gehobenen Dienst mindestens Abitur oder ein gleichwertig anerkannter Bildungstand erforderlich, so kann man sich für den mittleren Dienst schon mit einen Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung bewerben. 

Häufig gestellte Fragen

Der mittlere Dienst wird nicht mehr in jedem Bundesland angeboten, jedoch sind die schulischen Voraussetzungen überall die gleichen. Für die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst benötigst du mindestens die mittlere Reife, sprich einen Realschulabschluss. Diese kannst du aber auch mit einen Hauptschulabschluss plus einer abgeschlossenen Berfufsausbildung erhalten und dich für eine Polizei Laufbahn im mittleren Dienst bewerben.      

Voraussetzung für eine Laufbahn im gehobenen Dienst der Polizei ist mindestens die Fachhochschulreife oder das Abitur. Nur dann kannst du für ein Bachelor Studium – das mit dem “Diplom-Verwaltungswirt Polizei” bzw. “Bachelor of Arts – Polizeivollzugsdienst / Police Service” abschließt – an der Polizeifachhochschule zugelassen werden. In den Bundesländern wo nur noch der gehobene Dienst existiert, ist es möglich mit einen Realschulabschluss und Berufsausbildung bzw. Berufserfahrung in die Laufbahn einzusteigen. 

Auch mit Fachabitur kannst du dich für den gehobenen Dienst der Polizei bewerben. Voraussetzung dafür ist die volle Fachhochschulreife, die aus dem schulischen und praktischen Teil besteht. Nur der schulische Teil reicht nicht aus. 

Ein Berufskolleg ist eine Schule der Sekundarstufe ll, dort können berufliche Qualifikationen und alle allgemein bildenden Abschlüsse erworben werden (Voraussetzung dafür ist der mittlere Bildungsstand). Hier kannst du nach der Schule (Sekundarstufe l) die Fachhochschulreife sowie die Fachhochschulreife einschließlich eines Berufsabschlusses erwerben. Der Vorteil ist, dass du nach erfolgreichem Abschluss sowohl den schulischen Teil als auch den praktischen Teil der Fachhochschulreife erworben hast.

Das Berufskolleg bietet verschiedene Wege und auch die Schwerpunkte (z.B. Technik, Ernährung, Wirtschaft, Sozialwesen etc.) variieren in denen die Fachhochschulreife nachgeholt werden kann. Für die Bewerbung bei der Polizei spielt es jedoch keine Rolle mit welchem Schwerpunkt die Fachhochschulreife erworben wurde, es zählt lediglich der Abschluss und dieser muss für den gehobenen Dienst bei der Polizei mindestens die Fachhochschulreife mit dem schriftlichen sowie praktischen Teil sein. Dies berechtigt dich für eine Zulassung an den Hochschulen.    

Ein Hauptschulabschluss allein reicht für eine Bewerbung bei der Polizei nicht aus. In den Bundesländern, wo noch die Laufbahn im mittleren Dienst existiert, benötigst du daher einen Hauptschulabschluss mit einer zusätzlichen – mindestens 2-jährigen – anerkannten abgeschlossenen Berufsausbildung. Unter diesen Voraussetzungen kannst du dich bei der Polizei im mittleren Dienst bewerben. 

Anmerkung: Um die mittlere Reife zu erlangen, wird in der Regel ein Notendurchschnitt von mindestens 3,0 in allen Fächern auf dem Berufsschulabschlusszeugnis vorausgesetzt sowie mindestens 5 Jahre Unterricht in einer Fremdsprache. 

Einige Bundesländer bieten Soldatinnen und Soldaten eine verkürzte Laufbahnausbildung (18 Monate) als Einstieg bei der Polizei im mittleren Dienst. Dies gilt speziell für Zeitsoldaten (ab SaZ 4 bis SaZ 12) und Feldjäger. Dabei kannst du zwischen einer Ausbildung oder einem Bachelor-Studium wählen. Die schulischen Anforderungen für den mittleren und gehobenen Dienst sind jedoch gleichermaßen zu erfüllen und Voraussetzung.

Der Einstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst ist nur mit Abitur (Hochschulreife) oder einen gleichwertigen anerkannten Bildungsstand möglich. Dazu benötigst du obendrein:

  • Ein abgeschlossenes Studium an einer Fachhochschule für den öffentlichen Dienst oder einer vergleichbaren Einrichtung
  • Die erfolgreich abgelegte Laufbahnprüfung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst​
  • Mehrjährige Diensterfahrungen im Polizeidienst ​
  • Besondere Bewährung im Dienst​
  • Das bestandene Auswahlverfahren zur Bestenauslese​

oder über den Direkteinstieg 

  • Das Abschlusszeugnis einer wissenschaftlichen Hochschule besitzt und in einem Auswahlverfahren der Länder und des Bundes nach dem Prinzip der Bestenauswahl die Zulassung zum Studium erhalten hast​
  • Die zweite juristische Staatsprüfung oder nach der Hochschulprüfung die Staatsprüfung für den höheren allgemeinen Verwaltungsdienst abgelegt hast​

Das Auswahlverfahren der Polizei

Sind alle Voraussetzungen erfüllt und die Bewerbungsunterlagen auf Richtigkeit geprüft, muss jeder Bewerber sowie jede Bewerberin nach dem Prinzip der Bestenauslese, zum Eignungsauswahlverfahren – kurz EAV – zugelassen werden. Eine Einstellung erfolgt immer auf Grundlage der Leistung, Eignung und Befähigung. Im Auswahlverfahren der Polizei musst du dich daher umfangreichen Eignungstests, sowohl geistig als auch körperlich, unterziehen. Dafür unterteilt sich das EAV in mehrere Bereiche und setzt sich in der Regel aus den vier folgenden Prüfungsabschnitten zusammen:

  • Schriftlicher Prüfungsteil
  • Sporttest
  • Mündlicher Prüfungsteil (Assessment-Center)
  • Polizeiärztliche Untersuchung

Vor dem eigentlichen Auswahlverfahren wird eine sogenannte „Vorauswahl“ durchgeführt. Hier wird deine Bewerbung samt eingereichten Unterlagen geprüft und im Bedarfsfall wirst du gebeten fehlende oder weitere Unterlagen beizureichen. Solltest du nun alle formalen Voraussetzungen erfüllen, erhältst du eine Einladung zum computergestützten Einstellungstest mit dem das Auswahlverfahren startet.  

Hinweis: Da du einer von vielen tausenden Bewerbern bist, kann das Prüfen deiner Bewerbung mit all deinen Unterlagen etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wundere dich also nicht, wenn du erst nach 1-2 Monaten (oder länger) nach Eingang deiner Bewerbung, einen Termin für das Auswahlverfahren erhältst. Im Allgemeinen dauert es von der Bewerbung bist zum ersten Auswahltag ca. 3 Monate. Diese Zeit kannst und solltest du effektiv für die Vorbereitung nutzen.  

Ablauf des schriftlichen Prüfungsteil

Am ersten Auswahltag findet der computergestützte Einstellungstest statt, der sich in aller Regel aus mehreren Aufgabengruppen wie Sprachbeherrschung, analytisches Denken, Konzentrationsleistung, Rechnen und Wissen zusammensetzt. Hierbei sitzt du mit ca. 20-40 anderen Bewerbern in einem Raum und absolvierst gleichzeitig den PC-Test, dieser je nach Umfang zwischen 2-4 Stunden dauert. Die Auswertung des schriftlichen Test erfolgt im Anschluss für alle Bewerber und du bekommst unmittelbar nach Beendigung des PC-Tests Bescheid ob du bestanden hast oder nicht. Hast du den schriftlichen Prüfungsteil gemeistert folgt noch am selben Tag: entweder ein weiterer Computertest (je nach Bundesland) wo deine Reaktionsschnelligkeit, Aufmerksamkeit, Orientierungsleistung und Konzentrationsfähigkeit geprüft wird oder der Sporttest (nur wenn nicht das Deutsche Sportabzeichen verlangt wird) wo deine Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination auf dem Prüfstand stehen. Wenn du einen der Tests nicht bestehen solltest, dann ist das Auswahlverfahren für dich beendet.

Die Rangliste

In jedem Prüfungsteil müssen Mindestleistungen erzielt werden um am nächsten Testabschnitt teilnehmen zu dürfen. Im computergestützten Test und im Assessment Center wirkt sich außerdem die von dir erreichte Mindestleistung in Punkten für die Rangliste aus. Deine Platzierung in der Rangliste hängt also von den dir gezeigten Leistungen im PC-Test und Assessment Center ab und natürlich auch von den Leistungen deiner Mitstreiter.

Dein Ranglistenplatz kann sich jederzeit nach oben oder nach unten verschieben, je nachdem ob etwa ein anderer Mitstreiter absagt oder aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet oder neue Bewerber eine höhere Punktezahl erreichen.   

Die Nachauswahl

Solltest du alle Abschnitte erfolgreich durchlaufen haben wird deine Bewerbung im Rahmen der „Nachauswahl“ weiter bearbeitet und alle Unterlagen werden einmal mehr auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Abhängig von der erreichten Punktzahl für die Rangliste, erhältst du weitere Informationen über eine mögliche Einstellung.

Der Sporttest im Polizei Auswahlverfahren

Als Polizist oder Polizistin musst du körperlich top fit sein, um auch in brenzligen Situationen im Polizeidienst schnell und angemessen reagieren zu können. Von daher führt, bis auf wenigen Ausnahmen (in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt ist das Sportabzeichen Voraussetzung), jedes Bundesland einen Sporttest im Polizei Auswahlverfahren mit den Bewerbern durch. In erster Linie soll hier deine Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit getestet werden. Anders wie im schriftlichen Prüfungsteil, der weitestgehend bei allen Polizeibehörden gleich aufgebaut ist, gibt es beim sportlichen Eignungstest teilweise große Unterschiede. Abhängig davon wo du dich bewirbst, musst du im Sporttest der Polizei folgende Übungen oder Disziplinen absolvieren:

  • Ausdauerlauf (2.000, 3.000 oder 5.000 Meter)
  • Hindernisparcours, Hindernislauf
  • Cooper-Test, Pendellauf, Achterlauf, Wendelauf, Sprint
  • Bankdrücken, Klimmzug, Liegestütz
  • Dreierhop, Fünfer-Sprung, Standweitsprung, Springen über Kleinbank
  • Kasten-Bumerang-Test

Nachdem du den computergestützten Testteil erfolgreich hinter dir gebracht hast, folgt in aller Regel der Sporttest. Dazu musst du dich mit den anderen übrig gebliebenen Mitstreitern in der dafür vorgesehen Sportanlage einfinden, wo du dich dementsprechend umziehen kannst. Nach einer kurzen Aufwärmphase, erklären die Prüfer kurz den Ablauf des Sporttests und führen eventuell kurz die einzelnen Übungen vor. Nacheinander werden dann die einzelnen Disziplinen von den Bewerbern durchgeführt und von den Prüfern bewertet. Anders wie bei den Einzelprüfungen, wird der Ausdauerlauf von der gesamten Bewerbergruppe durchgeführt. 

Übrigens: Ein Schwimmtest wird in der sportlichen Eignungsfeststellung in keinem Bundesland mehr durchgeführt. Deine Schwimmtauglichkeit musst du in der Regel mit dem Deutschen Schwimmabzeichen in Bronze oder Silber nachweisen. 

Grundsätzlich gilt erstmal, dass der Sporttest auf jeden Fall bestanden werden muss und nicht durch andere Ergebnisse im Auswahlverfahren ausgeglichen werden kann. Wie dieser bewertet wird ist zudem auch von Polizei zu Polizei unterschiedlich. In einigen Bundesländern reicht es aus den Sporttest nur zu bestehen, in anderen dagegen fließt das Ergebnis in die Gesamtwertung mit ein. Wieder rum in anderen Bundesländern wird das Resultat der sportlichen Eignungsprüfung dann berücksichtigt, wenn mehrere Bewerber mit der erzielten Punktzahl im Auswahlverfahren gleichauf liegen. Hier ist dann das bessere Abschneiden im Sporttest für die Ranglistenplatzierung ausschlaggebend. 

Assessment-Center der Polizei

Hast du den ersten Prüfungstag im Auswahlverfahren bestanden folgt eine Einladung zum Assessment-Center. Im Assessment-Center werden deine sozialen und kommunikativen Fertigkeiten geprüft. Dazu werden gerne Rollenspiele, Gruppenaufgaben oder Vorträge zum Prüfen deiner Kompetenzen durchgeführt.    

Das Rollenspiel

Beim Rollenspiel handelt es sich um eine Auseinandersetzung die du im Gespräch mit einen ausgebildeten Polizisten führst. Dabei wird ein Konflikt geführt, der meistens aus dem Alltag des polizeilichen Geschehens stammt. 

Die Gruppenaufgabe

Bei der Gruppenaufgabe musst du mit anderen Bewerbern eine Problemstellung gemeinsam bearbeiten und Lösungen finden. Die Auswahlkommission beobachtet dabei die Bewerber und bewertet diese auch in ihren Kompetenzen. 

Die Gruppendiskussion

Die Gruppendiskussion soll dich im Umgang mit anderen Bewerbern prüfen wie du dich diesen gegenüber verhältst. In den meisten Fällen wird hierzu eine polizeibezogene Aufgabe gestellt, die dann innerhalb der Gruppe diskutiert und gelöst werden muss.    

Der Vortrag

Sollst du im Assessment-Center einen Vortrag abhalten, dann hast du dafür ca. 15 Minuten Zeit um dich auf ein aktuelles Alltagsthema vorzubereiten. Für den Vortrag selber solltest du nur 5 Minuten referieren, anschließend werden dir von der Auswahlkommission einige Fragen zum Thema gestellt.    

Das Einzelinterview ist wie ein normales Vorstellungsgespräch anzusehen und wird im Anschluss des Assessment-Centers durchgeführt. Im strukturierten Interview sitzt du einer Einstellungskomission gegenüber, die herausfinden möchte warum gerade du der oder die Richtige für den Job bei der Polizei bist. Hier wirst du mit Fragen zu deinen Berufsmotivationen und anderen Aspekten des Polizeiberufes konfrontiert. Überzeuge im Gespräch durch Ehrlichkeit und erzähle aus deinen eigenen Erfahrungen die du gemacht hast und verstell dich nicht, dann wirst du bei den Prüfern punkten können. Selbstverständlich kannst du im Anschluss des Gespräches auch selber Fragen stellen. 

Merke: Sei im Einzelgespräch du selbst und lerne keine Antworten auswendig. Überzeuge die Prüfer mit deinen Berufsmotivationen und antworte auf die Fragen ehrlich und selbstbewusst.  

Wurde der schriftliche Prüfungsteil, das Assessment-Center sowie das Einzelinterview erfolgreich durchlaufen, dann folgt der letzte Schritt zur polizeiärztlichen Untersuchung. Hier wirst du abschließend von einem Polizeiarzt oder einer Polizeiärztin auf Diensttauglichkeit getestet. Es folgt eine umfangreiche körperliche Untersuchung von „Kopf bis Fuß“.  

Die ärztliche Untersuchung bei der Polizei

Der Polizeiberuf ist höchst anspruchsvoll und verlangt einen geistig sowie körperlich vieles ab. Denn Polizeibeamte werden mit den unterschiedlichsten Gegebenheiten im Einsatz konfrontiert, wo sie schnell an ihre körperlichen sowie psychische Grenzen gebracht werden. Infolgedessen ist es so wichtig, dass ein Polizist gesundheitlich sowie körperlich top fit ist und darüber hinaus sollte er sowohl leistungsstark als auch belastbar sein. Und genau darauf zielt die polizeiärztliche Untersuchung ab.

Mit der umfassenden medizinischen Untersuchung kann der Polizeiarzt feststellen, ob ein Bewerber oder eine Bewerberin für den Job bei der Polizei – sowohl gesundheitlich als auch körperlich – geeignet ist und als Diensttauglich eingestuft werden kann. Dabei geht es aber keineswegs nur um den aktuellen Gesundheitszustand des Bewerbers, sondern auch wesentlich darum, ob eine langfristige Diensttauglichkeit gegeben ist. Aufgrund dessen, wirst du in der polizeiärztlichen Untersuchung sprichwörtlich von „Kopf bis Fuß“ und auf „Herz und Nieren“ geprüft. Im Hinblick darauf, setzt sich der allumfassende Medezin-Check aus vielen unterschiedlichen Einzeluntersuchungen zusammen, die wie folgt aussehen: 

  • Allgemein körperliche Untersuchung
  • Untersuchung der Gelenke, Muskeln und Knochen
  • Belastungs-EKG
  • Hör- und Sehtest
  • Überprüfung des Gebiss
  • Urin- und Blutprobe
  • Drogentest

Die allgemeine körperliche Untersuchung

Am Anfang wirst du vom Arzt erstmal von „Kopf bis Fuß“ voll umfänglich untersucht. Hier sind besonderes im Fokus dein Bewegungs- und Halteaperat wie Muskeln, Knochen und Gelenke sowie deine Atmung und deine Reflexe die überprüft werden. Außerdem wirft der Arzt auch einen Blick auf dein Gebiss, schaut in deinen Gehörgang und nimmt eine Blut- und Urinprobe von dir, die später im Labor untersucht (unter anderem auf Drogen) und ausgewertet werden.

Ebenfalls Teil der allgemeinen körperlichen Untersuchung ist das Wiegen und Messen deines Körpers. Zum einen gibt es in den meisten Bundesländern noch Mindestgrößen die eingehalten werden müssen und zum anderen möchte man deinen Body-Maß-Index, kurz BMI, ermitteln. Dieser sollte zwischen 18 und 27,5 liegen, damit eine Diensttauglichkeit gegeben ist. Mehr zum BMI und wie dieser ermittelt wird, kannst in diesem Beitrag nachlesen Polizeiärztliche Untersuchung und Belastungs-EKG

Belastungs-EKG

Ein Belastungs-EKG zeichnet deine Herzaktivität unter Belastung auf und ermittelt zudem deine Leistungsfähigkeit. Dazu sitzt du – angeschlossen mit Elektroden an deinem Oberkörper – in der Regel auf ein Fahrradergometer, wo du in festgelegten Abständen mehrere Belastungsstufen treten musst, bis die absolute Belastungsgrenze erreicht ist. Mehr zum Ablauf des Belastungs-EKG findest du hier.

Sehtest

Hier wird deine Sehvermögen, besonders deine Sehstärke geprüft. Dein Sehvermögen ist für eine Bewerbung bei der Polizei von großer Bedeutung, denn ab bestimmten Werten ist keine Polizeidiensttauglichkeit mehr gegeben. Weiterhin wird dein räumliches- und farbliches Sehvermögen getestet sowie deine Blendempfindlichkeit untersucht.

Hörtest

Beim Hörtest wird deine Funktion des Gehörs mittels Tonaudiometrie in verschiedenen Frequenzbereichen überprüft. Entweder sitzt du dafür in einer sogenannten Hörkabine oder du bekommst beim Hörtest Kopfhörer aufgesetzt. Unter anderem wird die Empfindlichkeit und das Auflösungsvermögen deines Hörorgans erfasst. So kann der Arzt feststellen ob Hörschädigungen wie z. B. Tinnitus, Entzündungen oder des Trommelfells vorliegen. 

Befunde und weitere Untersuchungen

Abschließend an die polizeiärztliche Untersuchung findet mit dem Polizeiarzt oder der Polizeiärztin noch ein letztes Gespräch statt. Je nachdem ob und welche Befunde in den Untersuchungen erhoben wurden, können weitere Untersuchungen vom Arzt angeordnet werden, entweder vom polizeiärztlichen Dienst selbst oder durch das Aufsuchen eines Facharztes.  

Die Ausbildung bei der Polizei

Die Ausbildung – genauer gesagt der Vorbereitungsdienst – bei der Polizei ist sowohl im mittleren Dienst als auch im gehobenen Dienst dual aufgebaut und vereint Theorie und Praxis. Die Polizmeister-Anwärter/-innen des mittleren Dienst durchlaufen eine 30 Monate lange Ausbildung in der sie sukzessive auf den Polizeidienst vorbereitet werden. Dabei finden die praktischen Ausbildungsabschnitte an Polizei Ausbildungsstätten und an den Dienststellen der Polizei statt. Der theoretische Teil der Ausbildung wird an den Polizeischulen vermittelt. Im gehobenen Dienst ist das Studium ebenfalls dual gestaltet, nur mit dem Unterschied, dass hier die Theorie an einer Fachhochschule für Verwaltung oder Fachhochschule der Polizei unterrichtet wird. Das duale Studium dauert drei Jahre und schließt mit einem Bachelor of Arts – Polizeivollzugsdienst oder  Verwaltungsfachwirt ab. 

Inhalte der Polizeiausbildung

Damit du Gesetzesinhalte umfänglich verstehen kannst und später im Dienst richtige Maßnahmen und Entscheidungen triffst, besteht die Polizeiausbildung grundsätzlich aus den Bereichen Recht, Praxis und Persönlichkeitsbildung. Weiter trainierst du echte Einsatzsituationen in Übungsräumen und später auch im realen öffentlichen Raum. Welche Inhalte im Detail der Polizeiausbildung gelehrt werden, liegt in Eigenverantwortung der Bundesländer und ist unterschiedlich geregelt. Wesentliche Ausbildungsfächer werden allerdings bei allen Polizeibehörden vermittelt:

Theoretische/Rechtliche Ausbildung

  • Allgemeines Polizeirecht
  • Beamtenrecht
  • Sicherheitsrecht
  • Strafrecht
  • Verkehrsrecht
  • Waffenkunde
  • Politische Bildung
  • Kommunikation und Konfliktbewältigung
  • Berufsethik
  • Englisch

Praktische Ausbildung

  • Polizeiliches Einsatzverhalten
  • Waffen- und Schießausbildung
  • Kriminalistik
  • Anzeigenbearbeitung
  • Fahrausbildung und Fahrsicherheitstraining
  • Erste Hilfe
  • Selbstverteidigung
  • Dienstsport

Laufbahnprüfung

Alle halbe Jahre oder pro Semester findet eine Zwischenprüfung statt. Diese sollte von dir bestanden werden, sonst droht bereits die frühzeitige Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Zum Ende der Ausbildung musst du eine Laufbahnprüfung ablegen, sie besteht neben einen theoretischen Teil auch aus einem praktischen Teil. Hast du die Laufbahnprüfung bestanden, wirst du zum Polizeimeister oder Polizeikommissar ernannt.

Verwendungsmöglichkeiten nach der Polizeiausbildung

Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung sieht der Dienstherr – mit aller Wahrscheinlichkeit – zuerst eine Verwendung in einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei für dich vor. Dort soll erst einmal mindestens zwei Jahre Berufserfahrungen gesammelt werden. Möglich als Erstdienststelle, kann aber auch die Verwendung in einem Polizeiabschnitt sein wo du mit erfahrenen Kollegen zusammenarbeitest.

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