Bundespolizei Bewerbung

Bewerberportal für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei. 

  • Voraussetzungen
  • Auswahlverfahren
  • Sporttest
  • Ärztliche Untersuchung
  • Karriere

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Allgemeine Infos zur Bewerbung bei der Bundespolizei

Im Gegensatz zu vielen Landespolizeien kannst du dich bei der Bundespolizei das ganze Jahr über für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst bewerben. Die Bewerbung selber wird direkt auf der Internetseite www.komm-zur-bundespolizei.de durchgeführt. Dazu füllst du Schritt für Schritt das Bewerbungsformular aus und schickst es ab. Jedoch müssen Zeugnisse, Atteste und sonstigen Bescheinigungen per Post eingereicht werden. 

Sind alle Unterlagen eingegangen und erfüllst du die Anforderungen der Bundespolizei, wirst du zu einem mehrtägigen Auswahlverfahren eingeladen, das aus insgesamt vier Prüfungsteilen besteht. Dazu gehört einmal eine schriftliche und eine mündliche Prüfung sowie ein Sporttest und eine körperliche Untersuchung beim Polizeiarzt. Die Prüfungen selber unterscheiden sich von Laufbahn zu Laufbahn wesentlich. 

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Einstellungsvoraussetzungen für die Bundespolizei

Wenn du gerne im Team arbeitest und dir die Arbeit mit Menschen Spaß macht und du zudem flexibel bist und es nicht scheust für neue Aufgaben in eine andere Stadt zu ziehen, dann erfüllst du schon einmal die Grundvoraussetzungen für eine Einstellung bei der Bundespolizei. Jedoch gibt es noch weitere wichtige Anforderungen die im Vorfeld einer Bewerbung erfüllt sein müssen und die du unbedingt mitbringen solltest.    

Diese weiteren Voraussetzungen musst du noch erfüllen:

  • Du besitzt sie deutsche Staatsbürgerschaft oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit.
  • Du trittst jederzeit für die Demokratie, die Verfassung und die Grundwerte der Bundesrepublik Deutschland ein.
  • Du bist im Besitz eines Führerscheins der Klasse B bzw. absolvierst ihn bis zum Ende der Ausbildung oder Studium.
  • Du bist gesundheitlich und körperlich topfit sowie belastbar.
  • Du lebst in in wirtschaftlichen geordneten Verhältnissen und bist nicht Vorbestraft.
  • Du hast das Deutsche Schwimmabzeichen mindestens in Bronze.
  • Du hast keine Tattoos im sichtbaren Bereich, insbesondere am Hals, im Gesicht oder an den Händen. Außerdem müssen vorhandene Tätowierungen von der Dienstkleidung abgedeckt sein.

Des Weiteren zeichnen dich noch folgenden Anforderungen für die Bundespolizei aus:

Leistungsbereitschaft

Soziale Kompetenz

Flexibilität und Mobilität

Fitness

Demokratie-verständnis

Belastbarkeit

Teamfähigkeit

Zivilcourage

Entscheidungs-vermögen

Gepflegtes Äußeres

Voraussetzungen für den mittleren Dienst der Bundespolizei

Entscheidest du dich für die Bewerbung der 30-monatigen Ausbildung des mittleren Polizeivollzugsdienst, dann musst du: 

  • zwischen dem 16-27 Lebensjahr sein. Jedoch gibt es auch Ausnahmeregelungen: Wenn du eine abgeschlossene Berufsausbildung hast und mehr als drei Jahre Berufserfahrung vorweisen kannst, dann darfst du nicht älter als 35 Jahre sein.
  • in absehbarer Zeit deinen Realschulabschluss machen oder schon die mittlere Reife besitzen. Oder du hast einen Hauptschulabschluss mit einer anerkannten abgeschlossenen Berufsausbildung.
  • dich in Englische verständigen können und auf dem Zeugnis mit dem du dich bewirbst mindestens die Note 4 haben.
  • im Schulfach Deutsch mindestens die Note 4 vorweisen und darfst im Sportunterricht nicht schlechter als Note 3 stehen.

Voraussetzungen für den gehobenen Dienst der Bundespolizei

Entscheidest du dich hingegen für die Bewerbung des dreijährigen modularen Studiums des gehobenen Polizeivollzugsdienst, dann musst du: 

  • höchstens 33 Jahre alt sein. Es ist jedoch möglich, dass du dich auch mit einem Alter von bis zu 39 Jahren bewerben kannst, dafür musst du eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung vorweisen.
  • demnächst dein Abitur oder die Fachhochschulreife machen oder bereits diese Abschlüsse erfolgreich erworben haben. ​
  • mindestens die Note 4 im Fach Deutsch auf dem Zeugnis haben und mindestens mit der Note 3 im Fach Sport aufwarten.​
  • auf dem Zeugnis mit dem du dich bewirbst im Fach Englisch mindestens die Note 4 haben und du solltest in der Sprache Englisch gut kommunizieren können. ​
  • im besten Fall Basiskenntnisse in anderen Fremdsprachen haben. (kein Muss) ​

Das Auswahlverfahren bei der Bundespolizei

Erfüllst du alle Anforderungen der Bundespolizei dann erhältst du eine Einladung zum vierteiligen Auswahlverfahren. Die mehrtägigen Auswahltage bestehen aus insgesamt vier Prüfungsabschnitten und setzten sich zum einen aus der schriftlichen und mündlichen Prüfung zusammen und zum anderen aus einen Sporttest und aus einer körperlichen Untersuchung beim Polizeiarzt. Je nachdem für welche Laufbahn du dich bewirbst unterscheiden sich die einzelnen Prüfungen im Detail. Für alle zählt aber das gleiche:

Umso besser du im Auswahlverfahren abschneidest, desto größere Chancen hast du eine Stelle bei der Bundespolizei zu bekommen. Wichtig: Der schriftliche Prüfungsteil muss bestanden werden, ansonsten scheidest du direkt aus dem Einstellungstest aus und kannst an den anderen Prüfungsabschnitten nicht mehr teilnehmen.

Der schriftliche Prüfungsteil im mittleren und gehobenen Dienst

Schon im schriftlichen Prüfungsteil – dem Deutschtest – entscheidet sich welcher Bewerber oder welche Bewerberin für den Job bei der Bundespolizei geeignet ist. Denn hier muss jeder seine Deutschkenntnisse unter Beweis stellen und die Prüfer überzeugen. Dazu schreiben die Bewerber des mittleren Dienst ein Diktat, wohingegen für den gehobenen Dienst ein Kurzaufsatz verfasst werden muss.  

Die schriftliche Prüfung - mittlerer Dienst: Diktat schreiben

Mit dem Test-Diktat wird deine Rechtschreibung und Grammatik überprüft, denn der dienstliche Schriftverkehr ist fester Bestandteil des Polizeialltag. Immerhin müssen fast täglich Berichte und Strafanzeigen geschrieben werden, die bei deinem Vorgesetzten oder dem Staatsanwalt landen, da sollten Fehler im Text nicht auftauchen.    

Das Diktat im Einstellungstest besteht aus ca. 180 Wörtern und wird von einem Prüfer oder einer Prüferin vorgelesen. Dabei ist beim schreiben die neue deutsche Rechtschreibung in der seit 2017 gültigen Fassung anzuwenden. Die Bundespolizei empfiehlt dazu auf ihrer Internetseite folgende Regeln nachzulesen:  

  • Groß- und Kleinschreibung
  • Zeichensetzung, insbesondere Komma-Regeln
  • Getrennt- und Zusammenschreibung
  • Korrekte Verwendung der S-Laute
  • Schreibung nach dem Prinzip des Wortstammes

Auf der Internetseite der Bundespolizei findest du auch ein Übungsdiktat, das dir den Einblick vom sprachlichen Niveau des Diktates vermittelt. 

Alles hat seinen Preis
Im Netz steht das Dankschreiben des Innenministers an die Bundespolizei anlässlich des Castoreinsatzes vom November 2010, in dem er alle Beteiligten für ihr verantwortungsbewusstes Engagement lobt, das den Rechtsstaat in vorbildlicher Weise repräsentiert habe. Im Internet kommentieren aber auch Atomkraftgegner stolz ihre Fotochronik [Photochronik] des Widerstands auf Schiene und Straße und veröffentlichen neue Appelle für künftige Castorproteste. Nicht nur, dass seit 50 Jahren Atomkraftwerke radioaktive Abfälle produzieren, für die es keine sichere Entsorgung gibt, die Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeit für Atomkraftwerke zu verlängern, brachte noch mehr Leute auf die Barrikaden als in der Vergangenheit. Die Befürworter des Endlagers Gorleben geben zu, dass es ein riesiges Versäumnis war, nicht mehr in die Öffentlichkeitsarbeit investiert zu haben und Skeptiker nicht in das Projekt einzubinden. Wie und wo sollen sich die Gegner angemessen und vernehmbar artikulieren? Selbst die kommunalen Parlamente der betroffenen Region können nicht mitentscheiden, da alle atomrechtlichen Verfahren dem Bundes- und Landesrecht unterliegen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung im Nachhinein hat auch einen Preis. Beim Castoreinsatz 2010 bezifferte er sich auf 25 Millionen Euro allein für den Polizeieinsatz.
(181 Wörter)

Quelle: www.komm-zur-bundespolizei.de/info-diktat

Deutschtest gehobener Dienst: Kurzaufsatz und Intelligenztest

Hast du dich für den gehobenen Dienst entschieden, dann schreibst du nicht wie im mittleren Dienst ein Diktat, sondern musst zu einem bestimmten Thema einen Kurzaufsatz verfassen und einen computergestützten Intelligenztest absolvieren. 

Kurzaufsatz schreiben (Erörterung)

Für den Aufsatz hast du 60 Minuten Zeit ein vorgegebenes Thema nieder zuschreiben und zu erörtern. Hier wird besonders darauf geachtet, dass du eine korrekte Rechtsschreibung und Grammatik anwendest sowie einen logischen Aufbau und eine schlüssige Argumentation darlegst. Fundiertes Wissen, eine gute Allgemeinbildung und politische Bildung sind dabei von großen Vorteil. 

Aufsatz schreiben im Bundespolizei Einstellungstest mit 2 Beispielen auf www.einstellungstest-polizei-zoll.de.

Der Intelligenztest

In einem kurzen Intelligenztest, der aus Multiple-Choice-Fragen besteht, musst du dein Wissen in unterschiedlichen Bereichen unter Beweis stellen, hierzu zählen unter anderem:  

  • Rechenaufgaben
  • analytisches und logisches Denken
  • Allgemeinwissen
  • Merkfähigkeit

Auswahlverfahren für den höheren Dienst

Im höheren Polizeivollzugsdienst stellt die Bundespolizei nur nach Bedarf ein, das heißt dass man sich nicht im Vorfeld für den höheren Dienst bewerben kann. Hier musst du nach aktuellen Stellenausschreibungen auf der Webseite der Bundespolizei ausschau halten. Wenn deine Bewerbung überzeugt und du alle Voraussetzungen erfüllst, wird man dich zu einem zweitägigen Assessment Center in der Bundespolizeiakademie Lübeck einladen.  

Voraussetzungen für den höheren Dienst der Bundespolizei

Möchtest du dich für den höheren Polizeivollzugsdienst bewerben, dann musst du: 

  • höchstens 33 Jahre alt sein und nicht älter.
  • über einen Hochschulabschluss (Master, Magister, Diplom (univ.), Staatsexamen) nicht schlechter als die Note "gut" verfügen oder ein erstes juristisches Staatsexamen mindestens mit der Note "befriedigend" oder ein erstes und zweites juristisches Staatsexamen mit zusammen mindestens 13 Punkten besitzen.
  • gute bis sehr gute Englischkenntnisse vorweisen.
  • soziale Kompetenzen aufweisen und mit Menschen gut umgehen können.
  • durch ein sicheres Auftreten glänzen und wichtige Entscheidungen souverän treffen können.

Bundespolizei Sporttest

Auch bei der Bundespolizei spielt die körperliche Fitness eine große Rolle, denn immerhin müssen Verdächtige verfolgt oder brenzlige Einsätze gemeistert werden. Darum ist es erforderlich, die körperlichen Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber schon im Vorfeld mittels eines Sporttests festzustellen. Dieser setzt sich aus drei Disziplinen zusammen und muss von jedem Bewerber bestanden werden, um im Auswahlverfahren eine Runde weiter zu kommen.  

Testziel: Überprüfung der Bewegungsschnelligkeit, der Stütz- und Rumpfkraft sowie der Konzentrations- und Koordinationsfähigkeiten

Testbeschreibung: Die Bewerberin/der Bewerber steht in Schrittstellung an der Turnmatte. Auf das Kommando „Fertig-Pfiff!“ beginnt sie/er mit einer Rolle vorwärts über die Matte (1) den Test. Danach wird der Medizinball links umlaufen (2), die aufgestellte Trainingshilfe übersprungen und anschließend durchkrochen (3). Der Medizinball ist erneut links zu umlaufen und die nächste Trainingshilfe (4) wieder zu überspringen und zu durchkriechen. Die gleiche Abfolge gilt auch für die dritte Trainingshilfe (5). Nach dem Durchkriechen der letzten Trainingshilfe ist der Medizinball ein letztes Mal links zu umlaufen und abschließend die Matte zu überlaufen.

Der Medizinball darf während des Tests nicht berührt werden, Trainingshilfen dürfen jedoch berührt, verschoben und auch zum Wackeln gebracht werden. Sollte eine Trainingshilfe umgeworfen werden, ist sie unter Anrechnung der entsprechenden Zeit durch die Bewerberin/den Bewerber wieder aufzurichten. Die Zeit läuft vom Pfiff bis zum ersten Kontakt mit dem Hallenboden, nach dem Überlaufen der Matte.

Testbewertung: Der Test gilt, eine ordnungsgemäße Durchführung vorausgesetzt, bei folgenden Leistungen als ausreichend (2 von 5 Punkten) erfüllt:

Bewerberinnen:

  • bis 17 Jahre: 21,5 s
  • 18-29 Jahre: 21,0 s
  • ab 30 Jahre: 22,0 s

Bewerber:

  • bis 17 Jahre: 18,5 s
  • 18-29 Jahre: 18,0 s
  • ab 30 Jahre: 19,0 s

Die Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Testablaufs führt zur Bewertung der Übung mit dem Punktwert 0. Andere Fehler bei der Durchführung des Testes führen zu Punktabzügen.

Quelle: Bundespolizei https://www.komm-zur-bundespolizei.de/info-sporttest

Testziel: Überprüfung der Bewegungsschnelligkeit, Schnellkraft, Beweglichkeit und Gewandtheit

Testbeschreibung: Zwei Turnkästen (klein) stehen auf einer Linie 10 m weit auseinander. Die Bewerberin/der Bewerber startet aus einer Schrittstellung, eine Hand berührt dabei den Kastendeckel. Auf das Kommando „Fertig-Pfiff“ sprintet die Bewerberin/der Bewerber zu dem gegenüberliegenden Kasten, tippt mit einer Hand den Kastendeckel an und sprintet wieder zurück. Insgesamt muss die 10 m Strecke zwischen den Turnkästen viermal zurückgelegt werden.

Testbewertung: Der Test gilt, eine ordnungsgemäße Durchführung vorausgesetzt, bei folgenden Leistungen als ausreichend (2 von 5 Punkten) erfüllt:

Bewerberinnen:

  • bis 17 Jahre: 11,9 s
  • 18-29 Jahre: 10,9 s
  • ab 30 Jahre: 11,9 s

Bewerber:

  • bis 17 Jahre: 10,9 s
  • 18-29 Jahre: 10,3 s
  • ab 30 Jahre: 10,9 s

Quelle: Bundespolizei https://www.komm-zur-bundespolizei.de/info-sporttest

Testziel: Überprüfung der Ausdauerleistung

Testbeschreibung: Die Bewerberin/der Bewerber steht an der Startlinie. Der Start erfolgt durch einen Pfiff. Die Bewerberin/der Bewerber soll nun ein markiertes Rechteck, mit einem Umfang von 100 m, innerhalb von 12 Minuten, entgegen dem Uhrzeigersinn, möglichst oft umrunden. Nach erfolgtem Start wird zu jeder verstrichenen Minute die noch zur Verfügung stehende Zeit zugerufen. Ist die letzte Minute angebrochen, so werden auch die jeweils verbleibenden 45, 30 und 15 Sekunden zugerufen. Ein Pfiff beendet den Lauf nach 12 Minuten.

Testbewertung: Der Test gilt, eine ordnungsgemäße Durchführung vorausgesetzt, bei folgenden Leistungen als ausreichend (2 von 5 Punkten) erfüllt

Bewerberinnen:

  • bis 17 Jahre: 19 Runden (1900 m)
  • ab 18 Jahre: 20 Runden (2000 m)

Bewerber:

  • bis 17 Jahre: 23 Runden (2300 m)
  • ab 18 Jahre: 24 Runden (2400 m)

Quelle: Bundespolizei https://www.komm-zur-bundespolizei.de/info-sporttest

Bundespolizei Assessment-Center

Das Assessment-Center, bestehend aus einer Gruppendiskussion und einem Kurzvortrag, müssen nur Bewerber und Bewerberinnen des gehobenen Dienst durchlaufen. Das Einzelinterview hingegen müssen alle Bewerber absolvieren. Der Ablauf im Assessment-Center der Bundespolizei gestaltet sich wie folgt:

  • 1. Gruppendiskussion
  • 2. Kurzvortrag
  • 3. Einzelinterview / Vorstellungsgespräch

Gruppendiskussion

In der Gruppendiskussion wird geprüft wie du dich im Umgang mit anderen Menschen verhältst. Dazu musst du mit anderen Bewerbern über ein aktuelles Thema diskutieren und dich mit den Argumenten derer auseinandersetzen. Hierzu wird die Gruppe zusätzlich in eine Pro und Kontra-Seite eingeteilt. 

Kurzvortrag

Anschließend nach der Gruppendiskussion folgt ein Kurzvortrag der aus mehreren Themen von dir gewählt werden kann. Für die Ausarbeitung des Vortrages hast du in etwa 15 Minuten Zeit und es werden dir Materialien zur Unterstützung der Vorbereitung deines Themas bereitgestellt. Der Kurzvortrag selber sollte nur ca. 5 Minuten andauern, danach folgen noch einige Fragen von der Prüfungskommission. Diese bewertet auch ob du deinen Vortrag souverän und überzeugend präsentiert hast. 

Einzelinterview

Hast du bis dahin alle Hürden erfolgreich genommen, lädt man dich zu einem persönlichen Gespräch ein. Bewerber des mittleren Dienst haben dieses Gespräch bereits nach dem Sporttest, für die Bewerber des gehobenen Dienst ist das  Einzelinterview Teil des Assessment-Centers.

Im Vorstellungsgespräch möchte man dich als Mensch kennen lernen und herausfinden welche Berufsmotivationen du für die Bundespolizei mitbringst. Ein überzeugendes und souveränes Auftreten im Gespräch mit den Prüfern wird von dir vorausgesetzt. Aber keine Angst, auch die Prüfer wissen – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Bleibe im Interview cool und gelassen, antworte ehrlich und verstell dich nicht, dann wirst du zu überzeugen wissen. Beliebte Fragen im Vorstellungsgespräch sind Themen wie zu:   

  • dem aktuellen Zeitgeschehen

Informiere dich mit Zeitung, Radio, News-App oder Fernsehen über aktuelle Ereignisse und bleibe somit auf dem Laufenden.

  • deinem Allgemeinwissen

Hier werden Fragen zur Politik, Wirtschaft, Geschichte und Kultur gestellt. Wer war der erste deutsche Bundespräsident? Was ist eine Fraktion? Wer ist der deutsche Innenminister? Halte dich also immer auf den aktuellsten Stand und sei wissbegierig. 

  • deiner Berufsmotivation

Warum bist genau du der Richtige für den Job? So oder so ähnlich wird eine Frage lauten. Überlege dir also schon im Voraus, warum gerade du eine Bereicherung für die Bundespolizei bist. Was sind deine Stärken? Welche Eigenschaften machen dich besonders? Erzähle von deinem Engagement und zeige Interesse am Beruf. 

Die ärztliche Untersuchung bei der Bundespolizei

Wurden alle Prüfungsabschnitte gemeistert, dann wartet abschließend nur noch die polizeiärztliche Untersuchung im Auswahlverfahren auf dich. Deine Gesundheit spielt eine wichtige Rolle um bei der Bundespolizei eingestellt zu werden, denn nur Bewerber die auch auf lange Sicht keine gesundheitlichen Einschränkungen haben gelten als geeignet. Dazu führt der Polizeiarzt oder die Polizeiärztin einige Untersuchungen, wie ein Seh- und Hörtest oder ein Belastungs-EKG durch. Des Weiteren musst du noch Angaben zu deinen Vorerkrankungen, Unfällen oder zurückliegenden Operationen sowie aktuellen Behandlungen machen. Die entsprechenden ärztlichen Berichte fügst du gesondert deinen allgemeinen Bewerbungsunterlagen bei. 

Die gesundheitlichen Anforderungen der Bundespolizei im Überblick:

  • Ein normales Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße, dein BMI sollte zwischen 18 und 27,5 liegen.
  • Es dürfen keine Bewegungs- und Funktionseinschränkungen vorliegen.
  • Es muss genügend Sehvermögen auch ohne Brille (siehe Sehfähigkeit) gewährleistet sein.
  • Du musst ein gesundes und leistungsfähiges Herz-, Kreislaufsystem haben (wird im Belastungs-EKG geprüft).
  • Ein saniertes und kariesfreies Gebiss sowie abgeschlossene kieferorthopädische Behandlungen sind Voraussetzung.
  • Je nach Art un Umfang, müssen zurückliegende Operationen in der Regel 12 bis 24 Monaten abheilen.

Dein gesundheitlicher Zustand wird vom Amtsarzt einzeln und individuell beurteilt, zurückliegende Erkrankungen oder körperliche Beschränkungen müssen also nicht immer gleich das Ausscheiden bei der Polizei bedeuten. Jedoch gibt es auch Krankheiten, Beschwerden oder Allergien die leider zur Eliminierung im Auswahlverfahren führen können. Dazu zählen allen Voran:

  • Allergische Erkrankungen wie z.B. Asthma oder laufende Hyposensibilisierung
  • Autoimmunerkrankungen wie z.B. Rheuma, Kollagenose oder Multiple Sklerose
  • Blutgerinnungsstörungen und Bluterkrankungen
  • Hauterkrankungen wie z.B.Neurodermitis oder Schuppenflechte
  • Erkrankungen der inneren Organe wie z.B. Nierenfehlbildungen bzw. Nierenfunktionsstörungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit
  • Psychische Verhaltensstörungen
  • Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates wie z.B. Bandscheibe und Wirbelsäule
  • Stoffwechselerkrankungen wie. z.B. Diabetes und Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Chronische Erkrankungen wie z.B. Migräne oder häufige Kopfschmerzen

Informationen zur Sehfähigkeit

Ein Beurteilungskriterium der polizeiärztlichen Untersuchung ist unter anderem die Überprüfung der Sehfähigkeit nach der Polizeidienstvorschrift (PDV) 300. Ein augenärztlicher Befundbericht muss dann erstellt werden, wenn du eine Sehilfe benötigst. Den entsprechenden Vordruck dafür bekommst du von deinem Einstellungsberater.

Ist die Sehleistung der Augen im Rahmen der nachstehend aufgeführten Werte/
Befunde beeinträchtigt, ist eine Einstellung wegen gesundheitlicher Nichteignung
ausgeschlossen.

  1.  Herabsetzung der Sehleistung (ohne Glas / unkorrigierte Sehschärfe (Fernvisus)) schon auf einem Auge von weniger als 50 %, wenn das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet ist, von weniger als 30 %, wenn das 20. Lebensjahr vollendet ist
  2.  Sehschärfe nach Korrektur (mit Glas) unter 80 % schon auf einem Auge, selbst bei einer Sehleistung von 100 % des anderen Auges
  3.  der Unterschied der Fehlsichtigkeit beider Augen (Anisometropie) darf +/- 2,5 Dioptrien nicht überschreiten
  4.  Weitsichtigkeit in Zykloplegie über +/- 2,5 Dioptrien sphärisch schon auf einem Auge
  5.  Astigmatismus über +/- 2,5 Dioptrien sphärisch schon auf einem Auge
  6.  kein räumliches Sehen
  7.  Schielen
  8.  Orthokeratologische Hilfsmittel führen zum Ausschluss
  9.  Farbsinnstörung geprüft nach Ishihara, Velhagen oder Panel D 15
  10.  Farbblindheit, Nachtblindheit

Solltest du wegen deiner schlechten Sehleistung eine Augenlaserbehandlung in Betracht ziehen, dann musst du folgendes beachten: 

  • Bewerbung nach Laser Operation nur mit Vorlage der präoperativen und aktuellen Befunde
  • Präoperative OP Werte über - 5,00 / + 3,00 dpt. führen zum Ausschluss
  • Die postoperative Wartefrist beträgt in der Regel zwischen 12-14 Monate

Bewerbung bei der Bundespolizei

Erfüllst du alle Voraussetzungen der Bundespolizei, dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege. Dazu füllst du ganz einfach das Bewerbungsformular online auf der Internetseite der Bundespolizei aus und schickst es ab. Deine Zeugnisse, Atteste und sonstigen Bescheinigungen musst du hingegen per Post einreichen.

Häufig gestellte Fragen

Bei der Bundespolizei gibt es keine bestimmten Bewerbungsfristen mehr, denn ab sofort kann sich jeder das ganze Jahr über bewerben. Jedoch muss deine Bewerbung mindestens 8 Monate vor deinem gewünschten Einstellungstermin bei der Bundespolizei eingegangen sein. Grundsätzlich gibt es zwei Einstellungstermine bei der Bundespolizei im Jahr. Einmal wird zum 01. September für den mittleren und gehobenen Dienst eingestellt und zum 01. März nochmal für den mittleren Dienst.

Erfüllst du alle formalen Anforderungen und Voraussetzungen die die Bundespolizei stellt, steht einer Bewerbung nichts mehr entgegen. Über die Karriereseite der Bundespolizei kannst du deine Bewerbung nach erfolgreichen registrieren online ausfüllen. Nach Ausfüllen der Bewerbungsmaske, wirst du noch gebeten folgende Formulare postalisch nachzureichen:

  • Lebenslauf: Bitte sende einen ausformulierten Lebenslauf mit Bewerbungsfoto in Textform zu (Fließtext mit bisherigen Werdegang).
  • Aktuelles Zeugnis: Bitte sende eine unbeglaubigte Kopie deines aktuellen Zeugnisses zu.
  • Bewerber mit Berufsausbildung: Bitte sende Zeugnisse und ggf. Gesellenbrief, Facharbeiterbrief, o. Ä. zu.
  • Schwimmnachweis Bronze oder höher: Bitte übermittle eine Kopie deines Schwimmnachweises (mindestens Bronze). PDF-Formular Download
  • Kopie des Personalausweises: Bitte schicke uns eine Kopie deines Personalausweises (Vorder- und Rückseite).
  • Erklärung zu Ermittlungsverfahren: Beantworte den Fragebogen wahrheitsgemäß und senden den Vordruck in jedem Fall ausgefüllt und unterschrieben zurück. PDF-Formular Download
  • Erklärung Tattoo und Tunnel: Fülle das Formular vollständig aus und lege es deiner Bewerbung bei. PDF-Formular Download

Weitere Bescheinigungen oder ärztliche Befunde werden nur benötigt, wenn eine entsprechende Erkrankung bekannt ist.

  • Augenärztlicher Befundbericht: Du trägst eine Brille oder Kontaktlinsen oder hast eine Augenerkrankung. PDF-Formular Download
  • Zahnärztlicher Befundbericht: Du hast Zahnersatz wie Brücken, Kronen oder Zahnimplantate. PDF-Formular Download
  • Kieferorthopädischer Befundbericht: Du trägst im Moment oder trugst in der Vergangenheit eine Zahnspange. PDF-Formular Download
  • Allergiebefundbericht: Du hast Allergien oder Unverträglichkeiten gegen bestimmte Substanzen. PDF-Formular Download
  • Befundbericht nach Laser-OP der Augen: Deine Sehleistung wurde operativ korrigiert. Bitte kontaktiere in diesen Fällen auch Deinen Einstellungsberater. PDF-Formular Download
  • Facharztbefunde aller Art: Wenn Du z. B. operiert wurdest oder schwerwiegende
    Erkrankungen hattest oder hast.

Weiterhin bekommst du per E-Mail eine Checkliste, mit der du deine Bewerbung vervollständigen kannst. PDF-Checkliste Download

Achtung: Nur vollzählige und unterschriebene Bewerbungsunterlagen können weiterbearbeitet werden. Prüfe daher deine Unterlagen und Formulare gewissenhaft und auf Vollständigkeit.
 
Hinweis: Deine Unterlagen musst du ohne Bewerbungsmappe oder Hüllen einreichen! Alle Unterlagen und Formulare legst du lose in einen Umschlag. Kosten für die Bewerbung und Facharztbefunde werden nicht erstattet! Kopien von Zeugnissen etc. müssen nicht beglaubigt sein.

Insgesamt gibt es sechs Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentren in Deutschland und dort werden auch die Einstellungstests der Bundespolizei stattfinden. In den folgenden 6 Städten müssen die Bewerber und Bewerberinnen ihre Auswahltage absolvieren: 

  • Neustrelitz
  • Walsrode
  • Eschwege
  • Swisttal
  • Oerlenbach
  • Bamberg

In welchem Fortbildungszentrum du dein Auswahlverfahren durchführen musst, bekommst du in der Einladung zum Eignungstest mitgeteilt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass eine heimatnahe Einteilung erfolgt.  

Abhängig für welche Laufbahn du dich beworben hast, ist das Auswahlverfahren unterschiedlich lang. Für den mittleren Dienst solltest du etwa zwei bis drei Tage für die Eignungstests einplanen. Das Auswahlverfahren für den gehobenen Dienst dauert hingegen vier Tage lang an. Für das ganze Auswahlverfahren stellt die Bundespolizei aber kostenfreie Unterkünfte zu verfügen. Essen wird gegen Bezahlung ebenfalls für alle Bewerber zu Verfügung gestellt. 

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