Ausbildung bei der Polizei

Ausbildung bei der Polizei

Vielleicht hast du bereits als Kind davon geträumt, später einmal als Polizist oder Polizistin für Ordnung, Recht und Sicherheit zu sorgen? Nun stehst du am Ende deiner schulischen Ausbildung und hast immer noch Lust, deinen Berufswunsch aus Kindertagen umzusetzen? Möglicherweise beschäftigen dich im Zusammenhang mit dem Berufsbild des Polizisten/der Polizisten noch viele offene Fragen, auf die du bisher keine Antworten gefunden hast. Wir erklären dir, welche Voraussetzungen du für eine Zulassung zur Polizeiausbildung in Deutschland mitbringen musst, welche polizeiliche Laufbahn für dich die richtige ist und was dich während der Ausbildung erwartet.

Wenn es dein größter Wunsch ist, dich Kraft deines Berufs für das Gute einzusetzen, ist der Polizeidienst wie für dich gemacht. Du wirst auf die Einhaltung geltender Gesetze achten, Menschen in einer Notlage beistehen oder ihnen helfen, wenn sie deinen Rat oder deine Unterstützung benötigen. Geraten Menschen bei Streitereien verbal oder auch körperlich aneinander, bewahrst du Ruhe und trägst besonnen zur De-Eskalation bei. Im Polizeiberuf ist immer voller Einsatz gefordert. Dabei spielt es keine Rolle, ob du als Freund und Helfer Mitbürgern zur Seite stehst, Straftaten (z. B. Diebstahl, Raub, Körperverletzung, Mord) aufklärst oder Verkehrssünder überführst. Klingt spannend, oder?

Doch am Anfang jedes Polizisten und jeder Polizistin steht die Ausbildung. Der erste Schritt dorthin ist deine Bewerbung. Was du dafür benötigst, erfährst du in den nachfolgenden Kapiteln des Artikels ebenso wie allgemeine und besondere Informationen rund um deine Polizeiausbildung. Los geht’s!

Grundsätzliches zur Ausbildung bei der Polizei

Im Allgemeinen wird als Polizeiausbildung die Berufsausbildung von Polizisten und Polizistinnen bei der Polizei der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Allerdings gibt es in Deutschland nicht nur eine, sondern mehrere polizeiliche Behörden mit ihren eigenen Zuständigkeitsbereichen.

Landespolizei

Jedes Bundesland verfügt über eine eigene Polizei, die jeweiligem Landesrecht unterliegt, aber eigenständig organisiert ist. In nahezu allen Bundesländern wird die Polizei wie folgt untergliedert:

  • Kriminalpolizei
  • Schutzpolizei
  • Wasserschutzpolizei

Die Landespolizei ist für die Erfüllung klassischer Aufgaben wie Anzeigen, Verkehrsdelikte oder Straftaten verantwortlich. In Ergänzung zur Landespolizei gibt es die

Bundespolizei

Früher unter der Bezeichnung „Bundesgrenzschutz“ bekannt. Sie ist zum Schutz der deutschen Außengrenzen, von Bahnhöfen und Flughäfen zuständig. Die Bundespolizei ist bundesweit einheitlich geregelt. Komplettiert wird die deutsche Polizei durch das „Bundeskriminalamt“ (BKA) und die „Polizei des Deutschen Bundestages“.

Voraussetzungen für die Ausbildung bei der Polizei

Da grundsätzlich jeder Polizist in den Beamtenstand berufen wird, musst du neben den Anforderungen der Landes- oder Bundespolizei auch einige Voraussetzungen erfüllen, die aus dem Beamtenrecht hervorgehen. Als Bewerber/Bewerberin für den Polizeidienst musst du diese allgemeinen Voraussetzungen (= formale Einstellungskriterien) auf jeden Fall erfüllen; andernfalls ist es nicht möglich, in den Polizeivollzugsdienst gestellt zu werden. Welche das genau sind, ist von Polizei zu Polizei unterschiedlich und zudem vom jeweiligen Bundesland abhängig. In der Regel musst du folgende Kriterien erfüllen:

  • Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft oder EU-Staatsangehörigkeit
  • Mindestalter von 16 Jahren, nicht älter als das jeweils geltende Höchstalter
  • keine Vorstrafen
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse (z. B. keine Schulden)
  • Besitz der Fahrerlaubnis der Klasse B (zu wann der Führerschein gemacht sein muss, entscheidet jedes Bundesland anders)
  • Bereitschaft, jederzeit für die „freiheitlich-demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes“ einzutreten.

Über die Einzelheiten zu den geltenden Voraussetzungen kannst du dich auf der Internetseite der Polizei deines Bundeslandes informieren. Hier erfährst du auch, unter welchen Bedingungen Ausnahmen zulässig sind.

Welche Schulbildung erwartet wird

Welcher Schulabschluss maßgeblich ist, hängt von deiner favorisierten polizeilichen Laufbahn ab. Möchtest du in die Ausbildung des mittleren Polizeivollzugsdienstes starten, ist der Realschulabschluss vorgeschrieben. Die schulischen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, wenn du einen Hauptabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kannst. Für das Studium an einer Polizeifachschule im gehobenen Dienst benötigst du in der Regel die Fachhochschulreife oder das Abitur. Allerdings kannst du die gehobene Laufbahn in Bundesländern, die eine Polizeiausbildung ausschließlich im gehobenen Dienst anbieten, auch mit einem Realschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung einschlagen.

Bewerbung für die Polizeiausbildung

Bevor du dich in eine Bewerbung stürzt, solltest du zunächst in Erfahrung bringen, zu welchem Zeitpunkt eine Bewerbung überhaupt sinnvoll ist. Denn auch das ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Einige haben pro Jahr nur einen einzigen Einstellungstermin, andere möchten zweimal pro Jahr neue Bewerber einstellen. Deshalb ist es wenig zielführend, blindlings eine Bewerbung zu senden. In der Regel sind Bewerbungsfristen einzuhalten, da die Polizei nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums Bewerbungen entgegennimmt. Behalte vor allem im Hinterkopf, dass die Bewerbungsphase meist ein gutes Jahr vor Ausbildungsstart beginnt.

Das Auswahlverfahren für die Polizeiausbildung

Wer sich wie du für den Polizeidienst begeistert, darf eine vielseitige und aufregende Ausbildung erwarten; ein absoluter Traum, keine Frage. Doch jede Medaille hat zwei Seiten. Das ist auch im Polizeidienst nicht anders. Der Polizeiberuf ist zwar aufregend und abwechslungsreich, aber mindestens genauso anstrengend und anspruchsvoll, psychisch wie physisch.

Die Arbeit im Schichtdienst ist für viele Auszubildende eine Herausforderung, die oftmals unterschätzt wird. Hinzu kommen viele unterschiedliche Situationen, in denen Selbstbewusstsein, Kompetenz, Stärke, Reaktions- und Durchsetzungsvermögen, aber auch Freundlichkeit, Empathie und Hilfsbereitschaft gefordert sind. Es ist wichtig, Situationen richtig einschätzen und entsprechend reagieren zu können. Du musst mit verängstigten Menschen ebenso umgehen können wie mit gewaltbereiten Demonstranten oder Personen aus einem völlig anderen Kulturkreis. Mentale Stärke ist in Situationen gefragt, in denen du mit Schicksalsschlägen oder sogar Mord und Totschlag konfrontiert wirst. Zudem bist du nicht nur als Einzelperson, sondern vor allem als Teamplayer gefordert. Du solltest ein Kollege, eine Kollegin sein, auf den/die sich dein Team hundertprozentig verlassen kann.

Um diese Herausforderungen jeden Tag aufs Neue meistern zu können, bedarf es vieler unterschiedlicher Charakterzüge und Fähigkeiten, einer guten Gesundheit und körperliche Fitness. Nur anhand deiner Bewerbungsunterlagen lassen sich diese Kriterien leider nicht ablesen. Deshalb führt die Polizei ein spezielles Auswahlverfahren durch.

Der Einstellungstest

Nach Erhalt deiner Bewerbungsunterlagen prüft die Polizei zunächst, ob du alle formalen Einstellungskriterien für die Teilnahme am polizeilichen Eignungstest erfüllst. Zusätzliche Bausteine, inhaltliche Schwerpunkte wie auch der zeitliche Rahmen des Eignungstests sind von der zuständigen Polizeibehörde abhängig. Hinsichtlich der Dauer solltest du dich darauf einstellen, dass sich der Eignungstest von einem Tag bis zu vier Tagen erstrecken kann. Die nachfolgend vier aufgeführten Prüfungsteile sind grundsätzliche Bestandteile jedes polizeilichen Einstellungstests.

Schriftlicher Prüfungsteil

In der Regel startet der Eignungstest mit einem schriftlichen Prüfungsteil, der in Form eines PC-Tests am Computer durchgeführt wird. Der schriftliche Teil des Einstellungstests ist in mehrere „Disziplinen“ untergliedert. Ein wichtiger Teilbereich ist der Deutschtest, dessen Inhalt ein Diktat oder die Beantwortung von Fragen zur deutschen Sprache sein kann. Diesem Test schließt sich ein kognitiver Leistungstest an, auch Intelligenzstrukturtest genannt. In diesem Testabschnitt werden deine Fähigkeiten aus völlig unterschiedlichen Wissensfeldern überprüft. Hierzu gehören:

  • Sprachbeherrschung
  • Mathematik
  • logisches und visuelles Denkvermögen
  • Konzentrations- und Merkfähigkeit
  • Allgemein- und Fachwissen

Nach diesem umfassenden Prüfungsteil haben die Bewerber erst einmal Pause. Sie dient zum einen der Erholung, zum anderen aber auch dazu, das Ergebnis deiner schriftlichen Prüfung zu ermitteln. Nur wenn du diesen Teil bestehst, bist zu für den nächsten Prüfungsteil – die Sportprüfung – zugelassen.

Überprüfung der sportlichen Fähigkeiten

Wie eingangs erwähnt, erfordert der Polizeidienst neben mentaler Stärke auch ein hohes Maß an Fitness. Deshalb solltest du den Sporttest keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Als Polizist/Polizistin kommst du immer wieder in Situationen, bei denen absolute Fitness gefordert ist. Eine allgemeine Sportlichkeit reicht dafür nicht aus. Verfolgungsjagden zu Fuß über Treppen, Balkongeländer oder Absperrungen gehören ebenso dazu, wie das Festhalten und Überwältigen aufgebrachter und/oder gewaltbereiter Tatverdächtiger. Oftmals musst du an einem Unfallort schwere Gegenstände beiseite räumen oder bei Suchaktionen schwergängiges Gebiet durchqueren. Je nach Einsatz trägst du aufgrund deiner Sicherheits- und Sonderausrüstung (Helm, Schutzschild oder weitere Einsatzgerät) zusätzliches Gewicht. Auch der Einsatz im Schichtdienst bei Wind und Wetter hat es in sich; um auch körperlich im Polizeiruf zu bestehen, sind eine hohe sportliche Leistungsfähigkeit und eine gute körperliche Verfassung unverzichtbar.

Deshalb ist die Überprüfung deiner körperlichen Leistungsfähigkeit in den meisten Bundesländern ein wichtiger Teil der Eignungstests. Welche Disziplinen im Test gefordert sind, ist bei den Polizeibehörden der Länder unterschiedlich festgelegt; diese Kriterien spielen jedoch immer eine Rolle:

  • Kraft
  • Ausdauer
  • Geschicklichkeit
  • Koordination
  • Schnelligkeit

Der Sporttest kann unterschiedlich viele Disziplinen enthalten; von einer (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen) bis zu fünf (Bayern). Was genau im Bundesland deiner Wahl gefordert ist, kannst du auf der entsprechenden Homepage nachlesen. Auch die Bundespolizei hat für den Sporttest die Wahl der Disziplinen eigenverantwortlich festgelegt.

Und auch für die Sportprüfung gilt: Über den bestandenen Sporttest hast du dich für die mündliche Prüfung qualifiziert.

Mündliche Prüfung - Einzelgespräch

Wie das Vorstellungsgespräch in Industrie und Wirtschaft trägt das Einzelgespräch in Form eines strukturierten Interviews zur Entscheidungsfindung bei, welcher Bewerber die Chance auf einen Ausbildungsplatz bekommt. Für dieses Gespräch wurde ein fester Fragenkatalog mit einer ebenso festgelegten Reihenfolge vorbereitet. So ist es möglich, für alle Bewerbergespräche eine faire und vor allem objektive Bewertung zu ermöglichen. Bewertet wird entweder nach einer Punkte- oder Notenskala.

Inhalte des Einzelgesprächs sind dein persönliches Auftreten sowie die Überprüfung deiner sozialen Kompetenzen. Und selbstverständlich wollen die Prüfer auch wissen, warum der Polizeiberuf (d)ein Herzenswunsch ist.

Ein ausführlichen Artikel zum Polizei Assessment-Center findest du hier

Der polizeiärztliche Gesundheits-Check

Zur Feststellung deiner Diensttauglichkeit wird eine polizeiärztliche Untersuchung durchgeführt. Um diese kommt kein Bewerber herum, da überprüft werden muss, ob die notwendigen gesundheitlichen Voraussetzungen zur Ausübung des Polizeiberufs erfüllt werden. Möglicherweise gibt es Einschränkungen oder Vorerkrankungen, die später zu Komplikationen führen können.

Auswahlverfahren nach dem K.o.-Prinzip​

Das Auswahlverfahren der Polizei ist ebenso einfach wie unnachgiebig: Du kannst nur am nachfolgenden Einzeltest teilnehmen, wenn du den vorhergehenden bestanden hast. Fällst du beispielsweise bei der schriftlichen Prüfung durch, bist du aus dem laufenden Auswahlverfahren ausgeschieden und nicht mehr zur Teilnahme an der sich anschließenden Sportprüfung berechtigt. Hast du hingegen alle Prüfungsteile mit Erfolg absolvierst, ist der Eignungstest bestanden. Doch das garantiert dir noch nicht, dass du auch tatsächlich einen Ausbildungsplatz bekommst. 

Ablauf der Polizeiausbildung

Grundsätzlich gibt es zwei Ausbildungsmöglichkeiten im Polizeivollzugsdienst: Die Ausbildung im mittleren Dienst oder das duale Studium im gehobenen Dienst. Mittlerweile bilden einige Polizeien heute ausschließlich im gehobenen Dienst aus.

Aus Nachfolgender Tabelle kannst du entnehmen, welche Laufbahn in den Bundesländern noch zur Auswahl steht. 

Polizeibehörde

Laufbahn mittlerer Dienst

(duale Ausbildung)

Laufbahn gehobener Dienst

(duales Studium)

Dauer Ausbildung und Studium

(in Monaten)

Mindest Körpergröße

(Frau / Mann)

Baden-Württemberg
30 / 45
160 cm
Bayern
29 / 36
165 cm
Berlin
30 / 36
nicht erforderlich
Brandenburg
30 / 36
nicht erforderlich
Bremen
36
nicht erforderlich
Hamburg
30 / 36
160 cm
Hessen
36
160 cm
Mecklenburg-Vorpommern
24 / 36
nicht erforderlich
Niedersachsen
36
163 cm
Nordrhein-Westfalen
36
163 cm
Rheinland-Pfalz
36
162 cm
Saarland
36
nicht erforderlich
Sachsen
30 / 40
160 cm
Sachsen-Anhalt
30 / 36
160 cm
Schleswig-Holstein
30 / 36
160 cm
Thüringen
24 / 36
160 cm
Bundespolizei
30 / 36
nicht erforderlich
Bundeskriminalamt (BKA)
36
162 cm

Eine Ausbildung bei der Polizei des Deutschen Bundestages ist nicht möglich. Einem Einsatz dort geht eine Ausbildung bei der Bundes- oder bei einer Landespolizei voraus.

Andere Polizeibehörden ermöglichen Polizeianwärtern den direkten Einstieg in den höheren Polizeidienst. Das ist beispielsweise in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Hamburg und Berlin wie auch bei der Bundespolizei und dem BKA möglich, aber auch an eine bestimmte Voraussetzung geknüpft: Du musst ein abgeschlossenes Studium an einer Fachhochschule für den öffentlichen Dienst oder einer vergleichbaren Einrichtung nachweisen. In der Regel ist der Weg in den höheren Polizeidienst jedoch ein anderer. Als Polizeivollzugsbeamter kannst du nach einer qualifizierenden Weiterbildungsmaßnahme vom gehobenen in den höheren Polizeidienst wechseln.

Die duale Polizeiausbildung​

Wenn du dich für eine Ausbildung zum Polizisten im mittleren Dienst entscheidest, gehört der Besuch einer Polizeischule auf jeden Fall dazu. Ob speziell eingerichtete Polizeischule oder deren Anbindung an die Bereitschaftspolizei wie in vielen Bundesländern üblich; für die Zeit deiner Ausbildung wohnst du entweder vor Ort oder auf dem Campus in einer gemeinschaftlichen Unterkunft.

Die Polizeischule vermittelt dir alle theoretischen Inhalte. Hinzu kommen selbstverständlich auch unterschiedliche praktische Ausbildungsabschnitte, die von der Bereitschaftspolizei oder den Polizeidienststellen durchgeführt werden. Im Polizeialltag wirst du also bereits während deiner Ausbildung viele wichtige und interessante Erfahrungen machen. Die Polizeiausbildung ist grundsätzlich einer dualen Ausbildung gleichgestellt, da Theorie und Praxis miteinander verknüpft werden; allerdings ist die Polizei Ausbildungsbetrieb und Schule zugleich. In der Regel dauert die Ausbildung 30 Monate.

Möchtest du in den gehobenen Polizeidienst eintreten, ist diese Ausbildung ebenfalls dual aufgebaut. Der theoretische Teil der Ausbildung wird dann jedoch nicht an einer Schule, sondern an einer Polizei-Fachhochschule gelehrt. Der erfolgreiche Abschluss bringt dir den akademischen Titel eines Bachelor of Arts oder eines Fachwirts ein. Insgesamt dauert das Studium ein wenig länger als die Ausbildung im mittleren Polizeidienst.

Fachlichen Inhalte der Polizeiausbildung

Welche Inhalte im Rahmen der Polizeiausbildung gelehrt werden, ist landesrechtlich und somit in Eigenverantwortung der Bundesländer unterschiedlich geregelt. Gewisse zentrale Fächer werden jedoch in allen Bundesländern vermittelt:

  • Englisch
  • Funktechnik und Funkverkehr
  • Kriminalistik und Kriminologie
  • Politische Bildung
  • Polizeidienstkunde
  • Polizeirecht
  • andere Rechtsbereiche (z. B. Dienst-/Beamtenrecht, Straf- und Strafverfahrensrecht, Verfassungs-, Verwaltungs- und Verkehrsrecht. Besonderes Augenmerk gilt dem Sicherheitsrecht.
  • Sozialwissenschaften
  • Waffenkunde

Ergänzt wird die theoretische Ausbildung durch praktische Fächer wie beispielsweise (Auszug):

  • Dienstsport
  • Einsatztraining
  • Erste Hilfe
  • Fahrausbildung
  • Selbstverteidigung
  • Waffen- und Schießausbildung

Dein Wissensstand wird regelmäßig überprüft, mindestens einmal pro Semester/Halbjahr. Am Ende der Ausbildung steht die sogenannte Laufbahnprüfung mit theoretischem und praktischem Prüfungsteil. Nach bestandener Laufbahnprüfung wirst du zum Polizeimeister (mittlere Laufbahn) oder Polizeikommissar (gehobene Laufbahn) ernannt.

Mögliche Einsatzbereiche nach der Ausbildung

Nach bestandener Abschlussprüfung hängen Einsatzbereich und Einsatzort vom jeweiligen Bundesland ab. Oftmals ist es so, dass du zunächst bei der Bereitschaftspolizei eingesetzt wirst, um dort Berufserfahrung zu sammeln. Möglich ist aber auch, dass du in Erstverwendung (so wird die Zeit direkt nach Ausbildungsabschluss genannt) in einer Polizeidienststelle zum Einsatz kommst und einen erfahrenen Kollegen auf Streife begleitest.

Die Erstverwendung ist der erste Schritt auf deiner beruflichen Karriereleiter. Doch es können viele weitere folgen. Im weiteren Verlauf wirst du an zahlreichen Lehrgängen teilnehmen, um deinen Wissensstand aktuell zu halten. Und durch zunehmende Berufserfahrung kannst du nach und nach in höhere Ämter (und somit auch in höhere Gehaltsklassen) aufsteigen.

Erbringst du sehr gute bis exzellente Leistungen, kannst du auf Empfehlung deines Vorgesetzten sogar einen Laufbahnwechsel vollziehen und vom mittleren in den gehobenen wechseln. Ebenso ist ein Wechsel vom gehoben in den höheren Polizeidienst möglich. Hast du den Wunsch, später einmal polizeiliche Aufgaben eines speziellen Fachgebiets zu übernehmen oder in einer Spezial-Einheit (SEK, GSG9) zu arbeiten, wäre für dich eine entsprechende Spezialisierung eine optimale Option für deine berufliche Weiterentwicklung.

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