Feuerwehr Einstellungstest

Mit dem Online-Testtrainer Einstellungstest und Assessment-Center der Feuerwehr erfolgreich bestehen.

  • Direkte Freischaltung
  • Echte Online-Tests
  • Tausende Aufgaben
  • Lösungen und Expertentipps
  • Videomaterial

Die Arbeit bei der Feuerwehr teilt sich im Grunde genommen in den Feuerwehrdienst und den Rettungsdienst auf. Die Männer und Frauen der Feuerwehr sind immer dann im Einsatz, wenn Notfälle oder Gefahrensituationen eine qualifizierte, schnelle und zielorientierte Hilfe notwendig machen. Die Einsatzbereiche umfassen demzufolge das Löschen von Bränden, die Durchführung von Schutzmaßnahmen sowie die Rettung und Bergung bei Unfällen jeglicher Art.

Um diesen verantwortungsvollen Dienst leisten zu können, müssen die Einsatzkräfte sowohl psychisch wie auch körperlich in hohem Maße leistungsfähig sein. Einstellungstests werden daher bei der Feuerwehr aus zweierlei Gründen durchgeführt: Einerseits bewerben sich sehr viele Menschen für diesen Beruf, was ein strenges Auswahlverfahren erforderlich macht. Zum anderen muss überprüft werden, ob der Bewerber den hohen Ansprüchen an den Feuerwehrdienst gerecht wird.

Jede Berufsfeuerwehr führt zwecks Feststellung der Eignung der Bewerber einen eigenen Einstellungstest bzw. ein entsprechendes Auswahlverfahren durch. In der Regel unterscheiden sich die Tests der Berufsfeuerwehren hinsichtlich ihres Aufbaus im Grundgerüst nicht. Ziel dieser Tests ist es, durch das Auswahlverfahren am Ende aus etwa 12.000 Bewerbern jährlich diejenigen herauszufiltern, die sowohl geistig wie auch körperlich und vor allem hinsichtlich ihrer Einstellung zum Beruf, die besten Ergebnisse erzielen und deshalb für eine Feuerwehrausbildung infrage kommen.

Inhalte des Feuerwehr Einstellungstest

Eine Einladung zum Aufnahmetest bekommst du, wenn du die grundsätzlichen Anforderungen der jeweiligen Feuerwehrbehörde erfüllst. Der Test selbst setzt sich aus vier Teilen zusammen, und zwar dem

  • körperlichen Eignungstest,
  • schriftlichen Test,
  • Vorstellungsgespräch und der
  • ärztlichen Untersuchung.

Feuerwehrbehörden unterstehenden den jeweiligen Landesverwaltungen. Das bedeutet, dass der Feuerwehr-Eignungstest in deinem Bundesland gegebenenfalls anders gestaltet und sich möglicherweise auch im Schwierigkeitsgrad unterscheidet.

Der Feuerwehr Sporttest

Der sportliche Eignungstest dient dazu, deine körperliche Belastbarkeit und Fitness zu überprüfen. Hierbei werden in unterschiedlichen Disziplinen getestet, insbesondere:

  • Schnelligkeit
  • Reaktionsvermögen
  • Kondition
  • Kraft
  • Koordination
  • Gleichgewichtssinn

Welche Disziplin wann überprüft wird (Reihenfolge), ist beim Sporttest von Feuerwehr zu Feuerwehr unterschiedlich.

Die Disziplinen im Feuerwehr Sporttest

Praktische Übungen

Liegestütze

Wichtig sind hier die korrekte Ausführung der Liegestütze und die Stabilität des Rumpfes. Du musst mindestens 12 Wiederholungen schaffen, um diesen Teil zu bestehen.

Anfangsposition:

  • Haltung im Liegestütz mit gestreckten Armen.
  • Die Hände befinden sich schulterbreit auf dem Boden.
  • Die Beine sind dabei geschlossen, der Körper ist unter Spannung.

Durchführung:

  • Absenken des Körpers (2 Sekunden), bis der Ellbogenwinkel 90° einnimmt.
  • Zurück in die Ausgangsposition, Arme strecken (2 Sekunden).

Ziel: mindestens 12 Liegestütze hintereinander

Beugehang

Beim Beugehang verharrst du 45 Sekunden lang mit angewinkelten Armen in einer Position ähnlich dem Klimmzug. Auf diese Art werden deine Kraftausdauer sowie deine Hand- und Armmuskulatur getestet.

Anfangsposition:

  • Hände befinden sich schulterbreit im Kammgriff an der Klimmzugstange.
  • Kinnspitze ist über der Stange positioniert.

Durchführung:

  • Zeitmessung beginnt mit Erreichen der Beugehangposition.

Ziel: mindestens 45 Sekunden im Beugehang verweilen

CKCU-Test

Der Closed Kinetic Chain Upper Extremity-Test, kurz CKCU-Test, läuft wie folgt ab: Du verharrst in der Liegestütz-Position und Innerhalb von 15 Sekunden musst du mindestens 23 Mal wechselseitig über deine Hände tippen.

Anfangsposition:

  • Arme gestreckt in der Liegestützhaltung.
  • Hände schulterbreit (ca. 90 cm) auf den Boden aufliegend.
  • Beine geschlossen bei gerader Körperlinie.

Durchführung:

  • In 15 Sekunden schnellstmöglich abwechselnd über die Hand greifen.
  • Die Fingerspitzen berühren dabei den Boden hinter den seitlichen Markierungen.
  • Dafür hast du 2 Versuche.

Ziel: mindestens 23 Wiederholungen

Seitlicher Medizinballwurf

Der seitliche Medizinballwurf zeigt Schnellkraft und Koordination deiner Arm-, Bein- und Rumpfmuskelkette. Der vier Kilo schwere Medizinball darf in dieser Übung ausschließlich aus einer seitlichen Bewegung geworfen werden.

Anfangsposition:

  • Medizinball (4 kg) beidhändig greifen.
  • Arme strecken, den Oberkörper entgegen der Wurfrichtung eindrehen und dabei leicht in die Hocke gehen.

Durchführung:

  • Medizinball mit gebeugten Beinen aus der Ausholbewegung so weit wie möglich werfen.
  • Pro Seite 2 Versuche.

Ziel: mindestens 7,5 Meter Wurfweite (jeweils rechts- und linksseitig)

Wechselsprünge

Die Wechselsprünge verlangen deinen Beinen Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft ab. Dabei stehst du seitlich neben einem 30 cm hohen Hindernis (Schnur oder Stange), das du innerhalb von 30 Sekunden mit beiden Beinen gleichzeitig mindestens 42 Mal überspringen, und zwar über das Hindernis von einer Seite zur anderen und wieder zurück.

Anfangsposition:

  • Stand seitlich neben dem Hindernis.

Durchführung:

  • Seitliches Überspringen des Hindernisses mit beiden Beinen.
  • Jeder Wechselsprung innerhalb von 30 Sekunden wird gewertet.
  • Dafür hast du 2 Versuche.

Ziel: mindestens 42 Sprünge

Handkraft

Wie der Name schon verrät, wird in dieser Disziplin die Kraft deiner Hände geprüft. Dafür musst du einhändig – mit der linken und rechten Hand – mindestens 45 Kilogramm an einem Hand-Dynamometer ziehen.

Anfangsposition:

  • In normaler Schrittstellung und mit angewinkeltem Arm (90 Grad) das Testgerät greifen.
  • Zuggriff wird dabei komplett umfasst.

Durchführung:

  • Zug am Testgerät mit maximaler Kraft für 3 Sekunden.
  • Nur 1 Versuch pro Hand.

Ziel: Am Testgerät mindestens 45 Kilogramm ziehen

Gleichgewichtstest

Ein guter Gleichgewichtssinn ist unabdingbar für den Beruf des Feuerwehrmannes / der Feuerwehrfrau. Im Gleichgewichtstest wird daher überprüft, ob du über einen zehn Zentimeter breiten und fünf Meter langen Balken balancieren kannst und dabei in der Lage bist, einen fünf Kilogramm schweren Sandsack aufzuheben und wieder abzulegen. Dabei sollst du gleichzeitig noch über einen Medizinball steigen.

Anfangsposition:

  • Start ist vor einem flachen Kasten.

Durchführung:

  • Schwebebalken über den Kasten besteigen.
  • Überqueren des Balkens mit Übersteigen des Medizinballs.
  • Sandsack aufnehmen und mit einer Hand zum Anfang des Balkens transportieren – danach halbe Drehung und Rücktransport mit der anderen Hand – Sandsack ablegen.
  • Überqueren des Balkens und Abstieg über den Kasten.
  • Du hast insgesamt 2 Versuche.

Ziel: Endzeit ≤ 50 Sekunden

Kasten-Bumerang-Test

Beim Kasten-Bumerang-Test handelt es sich um einen Hindernisparcours, der vor allem deine Fähigkeiten im Bereich Koordination testen soll. 19 Sekunden hast du Zeit, um eine festgelegte Laufstrecke durch den Parcours zu meistern. Während des Testlaufs musst du die aufgestellten Kastenteile überspringen und durchkriechen.

Anfangsposition:

  • Start vor der Matte

     

Durchführung:

  • Beginn mit einer Rolle vorwärts über die Matte.
  • Medizinball im rechten Winkel zum Kastenteil 1 umlaufen – Überspringen des Kastenteils und Durchkriechen in Richtung Medizinball.
  • Weiter im rechten Winkel den Medizinball umlaufen –Überspringen und Durchkriechen der Kastenteile 2 und 3.
  • Nach Kastenteil 3 rechtwinkliges Umlaufen des Medizinballs und Durchlaufen der Ziellinie.
  • Du hast 2 Versuche.

Ziel: Endzeit ≤ 19 Sekunden

Der 3000 Meter Lauf

Hier kommt es auf deine Ausdauer an. Für eine Strecke von 3.000 Metern hast du maximal 15 Minuten Zeit. Drei Kilometer in einer Viertelstunde zu laufen, kann für untrainierte Läufer eine große Herausforderung sein.

Anfangsposition:

  • Start in aufrechter Position

Durchführung:

  • 3.000 Meter Start und Ziellinie

Ziel: höchstens 15 Minuten Zeit für 3.000 Meter

Schwimmen und Tauchen

In einigen Bundesländern kann ein Schwimmtest Bestandteil der sportlichen Eignung sein. Alternativ wird ein Schwimmabzeichen in Silber bei der Bewerbung bereits vorausgesetzt. Neben 200 Meter Brust-, Freistil- oder Rückenschwimmen kann auch eine Tauchübung Bestandteil des Einstellungstests sein.

200 Meter Brust- und Rückenschwimmen

Anfangsposition:

  • Start vom Startblock

Durchführung:

  • 200 m schwimmen – davon 100 m in Bauch- und 100 m in Rückenlage, mit Brustbeinschlag und ohne Einsatz der Arme.

Ziel: Endzeit ≤ 10 Minuten

200 Meter Schwimmen (Freistil)

Anfangsposition:

  • Start vom Startblock

Durchführung:

  • 200 m im Freistil schwimmen.

Ziel: Endzeit ≤ 6 Minuten

Streckentauchen

Anfangsposition:

  • Start vom Startblock oder Beckenrand.

Durchführung:

  • Tauchphase bis zur 15 Meter-Marke (keine Hilfsmittel erlaubt).
  • Du hast 2 Versuche

Ziel: 15 Meter Streckentauchen

Praktischer Teil des körperlichen Eignungstest

Personenrettung

Das Ziehen eines 75 kg schweren Dummys ist eine praxisnahe Übung und soll eine Personenrettung im Einsatz simulieren. Du musst den Dummy rückwärts eine insgesamt 66 Meter lange Strecke (Pendellauf-Sprintstrecke 11 Meter à Runden) in maximal 60 Sekunden ziehen. Deine volle Leistungsfähigkeit steht hier auf dem Prüfstand.

Anfangsposition:

  • Der Dummy liegt vor der Startlinie.
  • Startposition: mit dem Rücken zur Startlinie.

Durchführung:

  • Dummy fest an den Schulterriemen greifen.
  • Oberkörper anheben und den Dummy die ganze Strecke über den Boden schleifen – bis zur Wendemarkierung (Hüttchen) und zurück zum Start.
  • Nach 3 Runden und vollständiger Zielüberquerung wird die Zeit gestoppt.

Ziel: Endzeit ≤ 60 Sekunden

Drehleitersteigen

Schwindelfreiheit und Höhentauglichkeit sind für einen Feuerwehrmann zwingend notwendig. Um diese Eigenschaften bei dir zu überprüfen, musst du bei dieser Praxisaufgabe innerhalb von 60 Sekunden eine Drehleiter des Typs DLK 23/12 sicher und schnell besteigen.

Anfangsposition:

  • Drehleiter wird auf 30 Meter ausgefahren.
  • Du wirst vor einen eventuellen Absturz gesichert.

Durchführung:

  • Emporsteigen der Drehleiter (DLK 23-12) bis auf 30 Meter Höhe.

Ziel: Endzeit ≤ 60 Sekunden Zeit

Atemschutzstrecke

In dieser Praxisübung werden dein Verhalten sowie deine Orientierung in engen, geschlossenen und verqualmten Räumen sowie die Atemmaskentauglichkeit getestet. Je nach Bundesland und Auswahlverfahren können Atemschutzstrecke und Ablauf variieren. Unabhängig davon ist es hier besonders wichtig, dass du in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren kannst.

Anfangsposition:

  • Ein brennendes Gebäude oder ein brennender Raum wird simuliert.
  • Dort herrschen erschwerte Bedingungen durch erhöhte Temperatur, Dunkelheit, Qualm und Hindernisse.

Durchführung:

  • Mit voller Feuerwehrschutzausrüstung die Übungsstrecke zurücklegen.

Ziel: Ziel erreichen, bevor der Sauerstoff in der Druckluftflasche leer ist

Der schriftliche Feuerwehr Einstellungstest

Die Eignungstests sind im mittleren, gehobenen und höheren Dienst jeweils unterschiedlich aufgebaut und an die jeweiligen Anforderungen der Laufbahnen angepasst. Im Auswahlverfahren für den feuerwehrtechnischen Dienst der gehobenen und der höheren Laufbahnen wird meistens noch zusätzlich eine Potenzialanalyse durchgeführt.

Der schriftliche Teil des Einstellungstest der Feuerwehr dauert zwischen zwei und vier Stunden. Neben Fachwissen sind die Prüfer vor allem an deiner Leistungsfähigkeit im Bereich Konzentration, geistige Ausdauer, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit interessiert. Weitere Inhalte des schriftlichen Parts des Einstellungstest sind:

  • Sprachverständnis
  • Mathematik
  • Allgemeinwissen
  • Technisches Verständnis
  • Mechanisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Räumliches Denken
  • Konzentrations- und Merkfähigkeit

Prüfungsinhalte des Feuerwehr Einstellungstest

Sprachverständnis

Zur Prüfung deiner schriftlichen Sprachkenntnisse hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung werden Diktate, Lückentexte oder Aufsätze eingesetzt. Auch das Abarbeiten eines Fehlertextes wird gern zur Überprüfung deiner Sprachbeherrschung herangezogen.

Mathematik

Textaufgaben, Prozent- und Dreisatzrechnung sind klassische Aufgabentypen im Mathematiktest. Hinzu kommen Aufgaben zur Bruch- und Kettenrechnung. Flächen- und Volumenberechnung solltest du ebenfalls beherrschen, wenn du beim Feuerwehr-Einstellungstest punkten möchtest. Einen Taschenrechner darfst du nicht verwenden.

Allgemeinwissen

Jetzt geht es um deine Allgemeinbildung. Fragen zu Politik, Wirtschaft, Geschichte und Geographie sind hier typisch. Es können aber auch Fragen zum aktuellen Tages- und Weltgeschehen gestellt werden.

Technisches Verständnis

Dein technisches Verständnis wird mit Fragen aus der Physik, Chemie und Elektrotechnik ermittelt. Mit grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, Hebelgesetzen sowie der Schaltung von Stromkreisen und physikalischen Berechnungen solltest du dich gut auskennen. 

Mechanisches Verständnis

Bei der Feuerwehr gehört der Umgang mit Maschinen zum Alltag. Hervorragende Fertigkeiten in der Mechanik sind deshalb Voraussetzung. Deshalb werden hier gerne Aufgaben zu Zahnrädern, Kolben und praxisbezogenes Wissen abgefragt.  

Logisches Denken

Logikaufgaben sind feste Bestandteile eines Feuerwehr-Einstellungstests. Feuerwehrleute im Einsatz müssen unbedingt strukturiert und überlegt handeln können. Zahlen- und Buchstabenreihen sowie Analogien und logische Schlussfolgerungen gehören hier zu den bevorzugten Aufgaben, die du lösen musst.

Räumliches Denken

Würfel drehen, Faltvorlagen erkennen oder gespiegelte Figuren ausfindig machen. So oder so ähnlich gestalten sich die Aufgaben für räumliches Denken im schriftlichen Feuerwehr Eignungstest.

Konzentrations- und Merkfähigkeit

Im Feuerwehreinsatz sind höchste Konzentration und ein kühler Kopf gefragt. Wegstrecken und Stadtpläne einprägen, Wörter und Figurenpaare merken sowie Buchstaben zählen; diese und ähnliche Aufgaben erwarten dich im Konzentrationstest.

Das Vorstellungsgespräch bei der Feuerwehr

Das Vorstellungsgespräch beziehungsweise Auswahlgespräch entspricht dem mündlichen Teil des Feuerwehr Einstellungstest. Hierzu bekommst du eine Einladung, wenn du zuvor den schriftlichen Teil des Eignungstests bestanden hast. Das Vorstellungsgespräch wird vor einer Auswahlkommission geführt, die sich in der Regel aus mehreren städtischen Mitarbeitern zusammensetzt, zu denen auch eine Feuerwehrfrau in leitender Position, mehrere Feuerwehrleute und ein Beamter aus der Personalbereich gehören.

Im schriftlichen Feuerwehr Einstellungstest wurde dein Wissen schon ausführlich getestet. Im mündlichen Auswahlgespräch kommt es jetzt auf deine sogenannten „Soft Skills“ (Kompetenzen im zwischenmenschlichen Bereich) an. Dabei solltest du dich auf folgenden Ablauf einstellen:

  • persönliche Vorstellung mit Werdegang
  • persönliches Berufsbild der Feuerwehr
  • Fragen zur deiner Berufsmotivation
  • Fragen zu deinen Stärken und Schwächen
  • Fragen zu deiner Allgemeinbildung
  • Abfragen zu Inhalten und Ablauf der Ausbildung
  • Fragen zu einer bestimmten Gefahrensituation im Einsatz

In der Regel ist ein Vorstellungsgespräch (bestehend aus einem Einzelgespräch/Einzelinterview) immer Bestandteil des mündlichen Einstellungstests der Feuerwehr. Es kann aber genauso gut sein, dass anstatt des Gespräches (oder zusätzlich) eine Gruppendiskussion stattfindet. Je nach Land, Auswahlverfahren und Laufbahn kann es hier also zu unterschiedlichen Eignungstests kommen.

Das Einzelgespräch

Das Einzelgespräch dient dazu, jeden Bewerber etwas besser kennen zu lernen. Die Einschätzung eines Kandidaten soll nicht ausschließlich aufgrund seiner physischen und kognitiven Fähigkeiten erfolgen. Der Prüfer möchte mehr persönliches von dir und deinem bisherigen Werdegang erfahren. Deshalb startet das Einzelgespräch meist mit einer kurzen Vorstellung des Bewerbers. Das soll helfen, die Atmosphäre etwas zu entspannen und den Bewerbern die Aufregung nehmen. Genau genommen ist dem Gesprächspartner dein Lebenslauf ja bereits aus den Bewerbungsunterlagen bekannt. Trotzdem solltest du diesen Teil des Bewerbungsgespräches ernst nehmen, da der Fokus nicht auf den Inhalten, sondern insbesondere auf deine Art der Kommunikation gerichtet ist.

Inhalte des Vorstellungsgesprächs

Im Anschluss an dieses „Warm-up“ werden dir fachliche und andere persönliche Fragen gestellt. Ein Klassiker ist sicherlich die Frage, wie du dir einen typischen Tag als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau vorstellst. Aber auch die Fragen nach deinen Schwächen und Stärken werden immer wieder in das Gespräch einfließen. Darüber hinaus können auch Fragen aus den Bereichen Allgemeinbildung oder zur Feuerwehr selbst kommen. Zudem wird überprüft, ob du dich bereits mit den Abläufen deiner Ausbildung vertraut gemacht hast – mit Fragen hierzu solltest du deshalb unbedingt rechnen.

Eine gute Vorbereitung auf mögliche Fragen ist das A und O, um einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. Fragen zu deiner persönlichen Motivation für diesen Beruf oder eine kleine Präsentation zu selbst entwickelten Lösungsansätzen in bestimmten Gefahrensituationen solltest du parat haben. Doch keine Sorge: Hierbei geht es weniger um eine Ideallösung als vielmehr um die Erkenntnis, wie du in Stresssituationen reagierst.

Außerdem wirst du im Laufe des Gesprächs die Möglichkeit haben, den Prüfern Fragen zu stellen, die im Zusammenhang mit der Feuerwehr und dem Beruf stehen. Nutze diese Chance unbedingt. Sinnvolle Fragen drücken dein ernsthaftes Interesse an diesem Beruf aus – und damit kannst du mit Sicherheit punkten.

Am Ende des Einzelgesprächs werden dir die Gesprächspartner noch Informationen geben, wann du Antwort erhältst und wie es im Falle eines erfolgreich verlaufenen Vorstellungsgesprächs weitergehen wird.

Gruppendiskussion im Feuerwehr Einstellungstest

Falls du eine Einladung zu einem zusätzlichen Vorstellungsgespräch in der Gruppe bekommst, wirst du in einer Runde mit anderen Bewerbern ein aktuelles und nicht selten kontroverses Thema diskutieren. Mit den aktuellen Geschehnissen und Themen der letzten Wochen und Monate aus Politik und Wirtschaft (z. B. Einführung von Schuluniformen, Legalisierung von Cannabis oder Organspende) sind gern gewählte Diskussionsthemen. Außerdem sind auch Rollenspiele im Rahmen von Gruppen-Vorstellungsgesprächen möglich. Dabei kann es sich um Bewerber-, Mitarbeiter oder Notrufgespräche handeln, die nachgestellt werden, um dein Verhalten in diesen Situationen zu überprüfen.

Ärztliche Untersuchung G26 im Feuerwehr Auswahlverfahren

Die ärztliche G 26 Untersuchung, auch ärztliche Feuerwehrtauglichkeitsuntersuchung genannt, ist der letzte Teil im Auswahlverfahren der Feuerwehr, den es zu bestehen gilt. Hast du in allen vorausgehenden Prüfungsabschnitten überzeugt, also

  • deine Fitness unter Beweis gestellt,
  • mit deinem Wissen gepunktet und im
  • Vorstellungsgespräch Eindruck hinterlassen,

steht dir nur noch die amtsärztliche Untersuchung bevor. Um deine Feuerwehrdiensttauglichkeit festzustellen, wirst du von Kopf bis Fuß durchgecheckt.

Was ist die G 26 Untersuchung?

Ob „G 26 Atemschutz“ oder „Feuerwehr Atemschutz-Untersuchung“; hinter diesen Begriffen verbirgt sich eine nach §14 der Unfallverhütungsvorschrift gesetzlich normierte Untersuchung auf die körperliche Eignung des Bewerbers als Atemschutzgeräteträger/in. Die Atemschutzuntersuchung G 26 wird in drei Klassen unterteilt:

  • G 26.1 – Gerätegewicht bis 3 kg und Atemwiderstand bis 5 mbar
  • G 26.2 – Gerätegewicht bis 5 kg und Atemwiderstand über 5 mbar
  • G 26.3 – Gerätegewicht über 5 kg und Atemwiderstand über 5 mbar

Bei Erstaufnahme in den Beamtenstatus absolvierst du die Feuerwehr-Untersuchung G 26.3. Wird dir eine Feuerwehrtauglichkeit attestiert, bist du zu deren regelmäßiger Überprüfung durch einen Arzt verpflichtet.

Ablauf der G 26 Tauglichkeitsuntersuchung

Bei der ärztlichen Untersuchung handelt es sich um eine umfangreiche Eignungsfeststellung. Sie beginnt mit einem detaillierten Aufklärungsgespräch zu Gefahren und Risiken. Insgesamt solltest du etwa eineinhalb Stunden für deine arbeitsmedizinische Untersuchung G 26.3 einplanen. Nachfolgende Tests sind in allen Bundesländern gleich und gehören daher zu den Basisuntersuchungen der G 26. Sie können allerdings um weitere Elemente erweitert werden (von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich). Nachstehend nun die Kernuntersuchungen im Einzelnen:

  • Durchführung eines Belastungs-EKGs: Die Leistungsfähigkeit deines Herz/Kreislaufsystems wird bestimmt, eventuelle vorliegende Erkrankungen werden erkannt.
  • Deine Hör- und Sehfähigkeit wird überprüft: Bestimmt Werte dürfen nicht überschritten werden.
  • Lungenfunktionstest: Der Arzt untersucht die Leistungsfähigkeit von Lunge und Atemwegen.
  • Blut- und Urintest: Überprüfung deines gesundheitlichen Zustandes (inkl. Drogentest).
  • Körperliche Untersuchung: Bewegungs- und Halteapparate wie Gelenke, Knochen und Muskeln sowie Untersuchungen von Organen.
  • Eventuell Röntgenaufnahmen von Herz und Lunge.

Belastungs-EKG im Feuerwehr Einstellungstest – was dich erwartet

Der wichtigste Teil der amtsärztlichen Feuerwehruntersuchung ist das Belastungs-EKG. Es soll frühzeitig Erkrankungen des Herz/Kreislaufsystems erkennen und die Leistungsfähigkeit jedes Bewerbers bestimmen. Bei einer Herzfrequenz von 170 Schlägen pro Minute wird deine Leistung auf einem Fahrradergometer ermittelt „rate of work“ („W“).

  • Bis zum einschließlich 39. Lebensjahr müssen Männer eine Leistung von 3,0 Watt pro Kilogramm Körpergewicht bei einer maximalen Herzfrequenz (Pulsschlag) von 170 Schlägen pro Minute erbringen.
  • Frauen müssen eine Leistung von 2,5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht, ebenfalls bei einer maximalen Herzfrequenz von 170 Schlägen pro Minute erbringen.

Mögliche Ergebnisse der G 26 Feuerwehruntersuchung

Anhand nachstehender Untersuchungsergebnisse wird der Arzt folgendes feststellen:

In diesem Fall ist für den Feuerwehrmann / die Feuerwehrfrau keine gesundheitliche Gefährdung zu erwarten. Daher ist eine Nachuntersuchung vor Ablauf von drei Jahren ausreichend. Feuerwehrleute über 50 Jahre müssen sich allerdings jährlich einer Nachuntersuchung unterziehen.

Damit ist gemeint, dass eine Gefährdung unter ganz bestimmten Bedingungen nicht zu befürchten ist. Um welche Voraussetzung(en) es sich handelt, wird im Feld für Bemerkungen notiert wie beispielsweise: „Verkürzte Nachuntersuchung“, „Maskenbrille erforderlich“ oder ähnliches.

Darunter ist zu verstehen, dass der betroffenen Person aus gesundheitlichen Gründen das Tragen von Atemschutz untersagt wird. Allerdings besteht die Möglichkeit einer Verbesserung dieses festgestellten Zustandes. Ob dem so ist, wird anhand einer Nachuntersuchung festgestellt.

Bedeutet, das der untersuchende Arzt nicht ausschließen kann, dass der Feuerwehrmann/frau durch das Tragen von Atemschutz zu Schaden kommt. Ein Einsatz würde das Feuerwehrmitglied gefährden, er ist deshalb nicht als AGT einzusetzen.

Die einzelnen Ergebnisse der Untersuchungen müssen dem Feuerwehrmann/der Feuerwehrfrau übermittelt werden. Da der Arzt auch in diesem Fall der Schweigepflicht unterliegt, darf das Endergebnis dem „Arbeitgeber“ – genauer dem OBM/Atemschutzgerätewart – nur in der oben genannten Form mitgeteilt werden.

Arbeitsmedizinische Untersuchungen G 26 – Ausschlusskriterien

  • allgemeine Körperschwäche,
  • Bewusstseins- oder Gleichgewichtsstörungen,
  • Anfallsleiden jeglicher Form (z. B. Epilepsie),
  • Erkrankungen oder Schäden des zentralen oder peripheren Nervensystems mit wesentlichen Funktionsstörungen nach Schädel- oder Hirnverletzungen
  • Hirndurchblutungsstörungen,
  • Gemüts- oder Geisteskrankheiten, auch wenn diese abgeklungen sind, jedoch ein Rückfall nicht zwingend ausgeschlossen werden kann,
  • geistige Behinderungen,
  • Intelligenzminderung beträchtlichen Grades,
  • psychische Auffälligkeiten und abnorme Verhaltensweisen erheblichen Grades (z. B. Klaustrophobie),
  • chronische Alkoholabhängigkeit,
  • Betäubungsmittelsucht oder anderen Suchtformen,
  • Trommelfellperforation, sollte die Gefahr einer Aufnahme von Gasen und Dämpfen über den Gehörgang bestehen,
  • Zahnvollprothesen, für das Tragen von Atemschutzgeräten mit Mundstückatemanschluss
  • Erkrankungen oder Veränderungen der Atemorgane, die deren Funktion stärker beeinträchtigen wie z.B. Lungenblähung, chronische Bronchitis oder Bronchialasthma,
  • Veränderungen sowie Erkrankungen des Herzens oder des Kreislaufs mit Einschränkung der Leistungs- oder Regulationsfähigkeit,
  • starke Veränderungen des Blutdruck,
  • zurückliegende Herzinfarkterkrankungen,
  • Veränderungen des Stütz- oder Bewegungsapparates oder des Brustkorbes mit stärkeren Funktionsstörungen,
  • großflächige infektiöse oder allergische Hautkrankheiten und solche, die den Dichtsitz des Atemanschlusses beeinträchtigen (Narben),
  • Erkrankungen oder Veränderungen der Augen, die ihre Funktion beeinträchtigen (z. B. Engwinkelglaukom),
  • korrigierte Sehschärfe unter 0,7 auf jedem Auge für den Einsatz im Rettungswesen,
  • Hörverlust von mehr als 40 dB bei 2 kHz auf dem besseren Ohr für den Einsatz im Rettungswesen,
  • festgestellte Schwerhörigkeit für das Tragen von Geräten der Gruppe 2 und 3 mit akustischer Warneinrichtung (Pfeifton), sofern die Schwerhörigkeit die Wahrnehmung des Warnsignals verhindern kann,
  • Übergewicht von mehr als 30 % nach Broca (Körpergröße in cm minus 100 = kg Sollgewicht),
  • Stoffwechselkrankheiten, vorausgesetzt, die Belastbarkeit wird dadurch stärker eingeschränkt (z. B. Zuckerkrankheit),
  • Eingeweidebrüche.

Quelle: Informationen zur medizinischen Eignungsuntersuchung G26 erstellt mit Hilfe von www.atemschutzunfaelle.de.

Hast du alle Testteile des Feuerwehr-Einstellungstests einschließlich der amtsärztlichen Untersuchung mit positivem Ergebnis bestanden, wirst du zur Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr zugelassen.

Fandest du diesen Artikel hilfreich?
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]
Scroll Up