Feuerwehr Bewerbung

Bewerberportal für den mittleren, gehobenen und höheren feuerwehrtechnischen Dienst.

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Allgemeine Infos zur Bewerbung bei der Feuerwehr

Ähnlich wie bei der Polizei, ist auch die Feuerwehr Ländersache in Deutschland. Um sich für eine Ausbildung im mittleren oder gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst bewerben zu können, ist eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. ein Studium Voraussetzung. Aber auch hier gibt es von Bundesland zu Bundesland Unterschiede. In der Regel benötigst du aber mindestens einen Hauptschulabschluss mit einer Berufsausbildung. In einigen Bundesländern wird ein mittlerer Bildungsabschluss (mittlere Reife) verlangt und hierzu nur förderliche-handwerklich-technische Fähigkeiten als Zusatz vorausgesetzt. 

Sind deine eingehenden Bewerbungsunterlagen hinsichtlich der zwingenden Voraussetzungen geprüft und erfüllt, wirst du zum Auswahlverfahren der Feuerwehr zugelassen. Dieses setzt sich aus vier Prüfungsteilen zusammen und beinhaltet zum einen den schriftlichen Einstellungstest, ein sportlichen und praktischen Testabschnitt sowie einen persönlichen Auswahlgespräch und zu guter letzt die amtsärztliche Tauglichkeitsuntersuchung. Frauen werden bei gleicher Fachlicher Leistung, Eignung und Befähigung nach den Bestimmungen des Landesgleichstellungsgesetzes bevorzugt berücksichtigt. Alle wichtigen Informationen zur Bewerbung entnimmst du bitte von den offiziellen Internetauftritten der entsprechenden Feuerwehr.

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Voraussetzungen für die Feuerwehr

In Deutschland gibt es über 22.300 Feuerwehren mit rund 1 Million aktiven Feuerwehrleuten, wovon ca. fünf Prozent den 107 Berufsfeuerwehren angehören. Die Anforderungen, um eine Karriere als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau bei einer der über hundert Berufsfeuerwehren zu starten, sind hoch und anspruchsvoll. Kein Wunder, dass über 90% der Bewerber im Auswahlverfahren zur Feuerwehr-Ausbildung scheitern!  Jedoch waren die Chancen bei der Berufsfeuerwehr hauptberuflich zu arbeiten noch nie so gut wie heute – denn der Bedarf an neuen Nachwuchskräften ist enorm gestiegen. Möchtest also auch du zu den fünf Prozent der Berufsfeuerwehrleute in Deutschland gehören, dann solltest du neben deiner gesundheitlichen Eignung und beruflichen Qualifikation sowie persönlichem Interesse, noch weitere Grundvoraussetzungen für die Bewerbung mitbringen:

  • Du bist Deutscher Staatsbürger im Sinne des Art. 116 des Grundgesetzes oder hast eine EU-Staatsbürgerschaft.
  • Du trittst für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein.
  • Du bist am Tag der Einstellung nicht älter als 35 Jahre.
  • Du kannst das Schwimmabzeichen in Silber vorweisen (nicht älter als 2 Jahre).
  • Du besitzt eine Fahrerlaubnis der Klasse B.
  • Du hast keine Vorstrafen und lebst in wirtschaftlichen geordneten Verhältnissen.

Weiter solltest du folgende gesundheitliche Einstellungsvoraussetzungen erfüllen:

  • Die unkorrigierte Sehschärfe darf 0,5 Dioptrien nicht überschreiten.
  • Die Atemschutztauglichkeit nach G26 muss gegeben sein.
  • Dein Körpergewicht sollte im zulässigen Rahmen des Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18 und 27,5 kg/m² liegen.
  • Der Gebrauch von Suchtmitteln jeglicher Art ist nicht mit dem Feuerwehrdienst vereinbar.

Darüber hinaus solltest du körperliche Fitness mitbringen und grundsätzlich die Bereitschaft haben im 24-Stunden-Dienst sowie an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten. Ebenso sollte sich der Beruf als Feuerwehrmann/-frau mit der Familie vereinbaren lassen und etwaige psychische Belastungen, die dieser mit sich bringt, berücksichtigt werden. Das Auswahlkomitee hinterfragt die Einstellung zur Feuerwehr bei jedem Bewerber sehr kritisch.

Laufbahn und Dienstgrade der Berufsfeuerwehr

Die Amtsbezeichnungen und die Laufbahneinteilung der Berufsfeuerwehr in den mittleren, gehobenen und höheren Dienst sind grundlegend und bundeseinheitlich durch die Bundesbesoldungsordnung und das Beamtenrechtsrahmengesetz geregelt. Welche Ämter jedoch in den einzelnen Laufbahnen zu durchlaufen sind, wird von den Bundesländern selber festgelegt. Im Vorbereitungsdienst (Ausbildung) des mittleren und gehobenen Dienst entsprechen die Amtsbezeichnungen des jeweiligen Einstiegsamtes mit dem Zusatz „Anwärter“ (z. B. Brandmeister-Anwärter).

Schon gewusst?

Der Begriff „Feuerwehrmann“ ist auch als Sammelbegriff zu verstehen, worunter alle Angehörigen der Feuerwehren, unabhängig von Dienstgrad und Geschlecht gemeint sind.

Wähle deine Laufbahn

Mittlerer Dienst

Gehobener Dienst

Höherer Dienst

Mittlerer feuerwehrtechnischer Dienst

Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst bist du hauptsächlich in der technischen Hilfeleistung und in der Brandbekämpfung sowie im Notfallrettungsdienst tätig. Unfallstellen absichern, Menschen aus Notsituationen befreien oder in der Brandbekämpfung im Angriffstrupp, Wassertrupp oder als Maschinist arbeiten, dies alles sind Aufgaben des mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Außerdem versorgst du bei Rettungsdienstfahrten Notfallpatienten. 

Zugangsvoraussetzungen

Abhängig von deinen schulischen und beruflichen Qualifikationen, gibt es zwei Einstiegsmöglichkeiten (nicht in jedem Bundesland) in den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Zum einen die klassische Ausbildung und zum anderen die Stufenausbildung (ohne abgeschlossene Berufsausbildung). 

Klassischer Einstieg mit Berufsausbildung

Der klassische Einstieg mit Berufsausbildung ist mit einer 18-monatigen Ausbildung zum Vorbereitungsdienst für die mittlere feuerwehrtechnische Laufbahn verbunden und setzt folgendes voraus:  

  • Einen Hauptschulabschluss oder höherwertigen Schulabschluss oder einen gleichwertigen anerkannten Bildungsstand.
  • Zusätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder eine Berufsausbildung an einer technischen Fachschule oder Fachoberschule.
  • Am Tag der Einstellung mindestens 18 Jahre und nicht älter als 35 Jahre (Bundesland abhängig).

Direkter Einstieg ohne Berufsausbildung - Stufenausbildung

Die 36 monatelange Stufenausbildung ermöglicht es Bewerber und Bewerberinnen ohne Berufsausbildung direkt in den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst einzusteigen. Diese beinhaltet, vor der 18-monatigen Ausbildung zum Vorbereitungsdienst für die mittlere feuerwehrtechnische Laufbahn, eine handwerklich-technische Grundqualifizierung die ebenfalls 18 Monate andauert. Für die Stufenausbildung gelten zudem diese Voraussetzungen:  

  • Ein mittlerer Schulabschluss ohne Berufsausbildung.
  • Am Tag der Einstellung mindestens 16½ Jahre und höchstens 35 Jahre alt.

Laufbahn, Verdienst und Aufstiegsmöglichkeiten

Während deiner Ausbildung eignest du dir Kenntnisse und Fähigkeiten für deine spätere Tätigkeit im Einsatzdienst an. Du erhältst ab dem ersten Tag Anwärterbezüge.

Verdienstbeispiel Brandmeister-Anwärter/-in
Klassischer Einstiegsweg
ledig, keine Kinder
Brutto ca. 1776 €

Verdienstbeispiel Brandmeister-Anwärter/-in
Stufenausbildung 
ledig, keine Kinder
Brutto ca. 1110 €

Im Einsatz arbeitest du in verschiedenen Funktionen im Trupp oder als Maschinist.

Verdienstbeispiel Brandmeister/-in mit Notfallsanitäterausbildung
Besoldungsgruppe A7
Stufe 1, ledig, keine Kinder
Brutto ca. 2428 €

Du führst einen Trupp und bist für dessen Einsatz verantwortlich.

Verdienstbeispiel Oberbrandmeister/-in mit Notfallsanitäterausbildung
Besoldungsgruppe A8
Stufe 3, verheiratet, 1 Kind
Brutto ca. 3022 €

Du bist Fahrzeugführer/-in eines Einsatzfahrzeugs und übernimmst Aufgaben in der Ausbildung und unterstützt die Wachabteilungsleitung.

Verdienstbeispiel Hauptbrandmeister/-in mit Notfallsanitäterausbildung
Besoldungsgruppe A9S
Stufe 6, verheiratet, 1 Kind
Brutto ca. 3556 €

Verdienstbeispiel Hauptbrandmeister/-in mit Zulage und Notfallsanitäterausbildung
Besoldungsgruppe A9SZ
Stufe 8, verheiratet, 1 Kind
Brutto ca. 3979 €

Bist du fachlich und persönlich geeignet und hast die erforderlichen Lehrgänge erlangt, dann besteht im Bedarfsfall die Möglichkeit in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst aufzusteigen.  

Gehobener feuerwehrtechnischer Dienst

Hast du dich für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst beworben, dann könntest du in Zukunft unter anderem für die Einsatzbereitschaft, Personalplanung und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Feuerwehrwache verantwortlich sein. In Einsätzen führst und koordinierst du mehrere Staffeln und triffst zu notwendigen Maßnahmen wichtige Entscheidungen. Auch in den Serviceeinheiten oder im Stab nimmst du Aufgaben im Personalmanagement, im Vorbeugenden Brandschutz, im Technik- und IT-Bereich oder in der strategischen Planung wahr. 

Zugangsvoraussetzungen

Für die 2-3-jährige Ausbildung im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst benötigst du ein bereits abgeschlossenes Studium. Dies kannst du mit folgenden Abschlüssen erreichen:  

  • Du besitzt ein Bachelor-, Diplom- oder Masterabschluss in einem technischen, naturwissenschaftlichen oder einem sonstigen für den feuerwehrtechnischen Dienst geeigneten Studienfach.
  • Du bist am Tag der Einstellung nicht älter als 35 Jahre (Bundesland abhängig).

Laufbahn, Verdienst und Aufstiegsmöglichkeiten

Während deiner Ausbildung eignest du dir Kenntnisse und Fähigkeiten für deine spätere Tätigkeit im Einsatzdienst an. Du erhältst ab dem ersten Tag Anwärterbezüge von ca. 1.900 € brutto.

Du wirst als Wachabteilungsleiter/-in auf einer Feuerwache mit ca. 20 bis 30 Einsatzkräften des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes eingesetzt. Dabei trägst du die Verantwortung für die Personalplanung und den Personaleinsatz im Schichtdienstbetrieb, die Planung der Mitarbeiterfortbildung und die Personalführung im Allgemeinen sowie die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft.

Dein Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 10.
Beginnt ab ca. 2.800 € brutto.

Du bist Wachleitervertreter/-in und bei Abwesenheit der Wachleiter/-in übernimmst du dessen Aufgaben. Du bist mitverantwortlich für den Dienstbetrieb, die Überwachung des baulichen Zustandes des Gebäudes und die Einsatzbereitschaft des zugewiesenen Personals sowie der Fahrzeuge und Geräte. Auch übernimmst du regelmäßig eine Führungsfunktion im Einsatzdienst und bei Bedarf die Funktion eines Wachabteilungsleiters.

Dein Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 11.
Beginnt ab ca. 3.100 € brutto.

Als Wachleiter/-in bist du für den Dienstbetrieb einer Feuerwache, die Überwachung des baulichen Zustandes des Gebäudes und die Einsatzbereitschaft des zugewiesenen Personals sowie der Fahrzeuge und Geräte verantwortlich. Außerdem nimmst du regelmäßig eine Führungsfunktion im Einsatzdienst wahr.

Ihr Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 12.
Beginnt ab ca. 3.500 € brutto.

Du übernimmst Führungstätigkeiten innerhalb verschiedener Aufgabengebiete bei der Behördenleitung, einer Serviceeinheit oder im Stab. Zu deinen Aufgaben können u.a. die Einsatzleitung auf großen und schwierigen Einsatzstellen, die Führungsfunktion im Katastrophenschutz oder Aufgaben im Personalmanagement zählen.

Ihr Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A13.
Beginnt ab ca. 3.900 € brutto.

Bei persönlicher und fachlicher Eignung und Bedarf, kannst du in den höheren feuerwehrtechnischen Dienst aufsteigen.

Höherer feuerwehrtechnischer Dienst

Der höherere feuerwehrtechnische Dienst beinhaltet ein zweijähriges Brandreferendariat und ist für die Spitzenämter bei der Feuerwehr vorgesehen. Vom Brandrat bis hin zum leitenden Brandirektor übernimmst du im Einsatzdienst Führungsaufgaben bei Einsätzen oder Einsatzabschnitten sowie bei größeren oder besonderen Einsatzstellen. Außerdem bist du im höheren feuerwehrtechnischen Dienst in Führungsstäben tätig und leitest einen Fachbereich, eine Direktion oder auch eine ganze Feuerwehr. Dabei hast du die Verantwortung für die Personalführung und -entwicklung, die Konzeption von Feuerwehrtechnik, Organisation sowie Finanzen und die Vorgaben im vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz.

Zugangsvoraussetzungen

Um das 2-jährige Brandreferendariat absolvieren zu können, benötigst du ein abgeschlossenes Studium für die Laufbahn im höheren Dienst. Dafür benötigst du folgende Hochschulabschlüsse:

  • Du besitzt ein Studium für die Verwendung im feuerwehrtechnischen Dienst geeigneten Fachrichtung an einer Universität mit einer Hochschulprüfung (Diplom-Hauptprüfung, Master) oder einer ersten Staatsprüfung.
  • Oder du hast ein Studium absolviert das an einer Fachhochschule mit dem Master-Abschluss in einem Studiengang, der in einem Akkreditierungsverfahren als für den höheren Dienst geeignet eingestuft wurde.
  • Zudem bist du am Tag der Einstellung höchstens 39 Jahre alt (Bundesland abhängig) und
  • du bist im Besitz des Deutschen Sportabzeichens in Silber (nicht älter als 1 Jahr).

Laufbahn, Verdienst und Aufstiegsmöglichkeiten

Während deiner Ausbildung eignest du dir Kenntnisse und Fähigkeiten für deine spätere Tätigkeit im Einsatzdienst an.

Du erhältst Anwärterbezüge und gemäß § 63 Bundesbesoldungsgesetz in der Überleitungsfassung für des jeweiligen Bundeslandes einen Anwärtersonderzuschlag. 

Beginnt ab ca. 2.200 € brutto.

Als Brandrat/-rätin wirst du in der Behördenleitung, einer Direktion, einer Serviceeinheit oder dem Stab eingesetzt. Dein Aufgabengebiet entspricht den Anforderungen des höheren feuerwehrtechnischen Dienstes.

Dein Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 13.
Beginnt ab ca. 3.900 € brutto.

Als Brandoberrat/-rätin wirst du in der der Behördenleitung, einer Direktion, einer Serviceeinheit oder im Stab eingesetzt. Sie nehmen Führungspositionen im Einsatzdienst und im Katastrophenschutz wahr.

Dein Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 14.
Beginnt ab ca. 4.100 € brutto.

Als Branddirektor/-in leitest du eine Organisationseinheit innerhalb der Feuerwehr oder wirst in der der Behördenleitung, einer Direktion, einer Serviceeinheit oder im Stab eingesetzt. Neben den Leitungsaufgaben nimmst du  Führungsfunktionen im Einsatzdienst und Katastrophenschutz wahr.

Dein Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 15.
Beginnt ab ca. 5.000 € brutto.

Als leitende Branddirektorin bzw. leitender Branddirektor leitest du eine Direktion, eine Serviceeinheit oder den Stab innerhalb der Feuerwehr. Du nimmst Führungspositionen im Einsatzdienst und im Katastrophenschutz wahr.

Dein Verdienst ergibt sich aus der Besoldungsgruppe A 16.
Beginnt ab ca. 5.000 € brutto.

Bewerbung bei der Feuerwehr

So gut wie alle Feuerwehren informieren heutzutage auf ihrer eigenen Internetseite über Berufsmöglichkeiten, Ausbildung und Bewerbung. Auch die Bewerbungsunterlagen selbst werden in der Regel online übermittelt bzw. über ein Bewerberportal hochgeladen, dort findest du auch detaillierte Informationen über die einzureichenden Dokumente. Wenn du indessen für die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr alle Voraussetzungen erfüllst, dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege.  

Neben dem Anschreiben mit tabellarischen Lebenslauf, sollten folgende Dokumente und Unterlagen (in Kopie) für eine Bewerbung im feuerwehrtechnischen Dienst keinesfalls fehlen: 

  • Lichtbild
  • Geburtsurkunde
  • Personalausweis (Vor- und Rückseite)
  • Schulisches Abschlusszeugnis / Hochschulabschlusszeugnis
  • Schwimmabzeichen
  • Fahrerlaubnis der Klasse B (Vor- und Rückseite)
  • Facharbeiter- bzw. Gesellenbrief (nur mittlerer Dienst)
  • Deutsche Sportabzeichen in Silber nicht älter als ein Jahr (nur höherer Dienst)
  • Eventuelle Nachweise über Beurteilungen, Sonderausbildungen oder Qualifikationen

Wenn du deine Bewerbungsunterlagen online übermittelst, dann musst du die Dokumente einscannen und in einem entsprechenden Format hochladen. Soll die Bewerbung hingegen schriftlich erfolgen, dann denke daran, keine Originale sondern nur Kopien einzureichen. 

In Deutschland gibt es insgesamt 107 Berufsfeuerwehren, von daher empfiehlt es sich nicht nur bei der nächstliegenden, sondern bei mehreren Feuerwehren zu bewerben. Eine vollständige Übersicht und aktuelle Liste aller Berufsfeuerwehren mit Kontaktdaten kannst du in dem von uns bereitgestellten >PDF-Dokument< einsehen. 

Im Regelfall sind Bewerbungen bei den meisten Feuerwehren ganzjährig möglich. Wenn die Abschlusszeugnisse und erforderlichen Qualifikationen zum Anforderungsprofil der jeweiligen Laufbahn passen und alle Voraussetzungen die damit verbunden sind erfüllt werden, erfolgt für gewöhnlich die zeitnahe Einladung zum Feuerwehr Auswahlverfahren

Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr

Um den hohen Anforderungen im Brandschutz- und den Rettungsdienst bei der Feuerwehr gewachsen zu sein, werden die zukünftigen Anwärter in einem mehrtägigen Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr auf Eignung, Befähigung und Leistung getestet. Die Bewerber und Bewerberinnen müssen in mehreren Testabschnitten ihre Leistungsfähigkeit sowohl körperlich als auch psychisch unter Beweis stellen. Das Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr besteht grundsätzlich aus vier Bereichen: 

  • einem schriftlichen Test
  • einer Sportprüfung mit praktischen Teil
  • einem Einzelinterview
  • einer amtsärztlichen Untersuchung

Schriftlicher Test - Computer Test

Der schriftliche Einstellungstest der Feuerwehr wird computergestützt durchgeführt und setzt sich aus verschiedenen Aufgabenbereichen zusammen, die es zu bewältigen gilt. In einem Deutschtest wird deine Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung – in der Regel mittels eines Diktat oder Lückentext – geprüft. Deine rechnerischen Fähigkeiten musst du beim Mathematiktest – meist durch Textaufgaben, Prozent- und Dreisatzrechnung – beweisen. Technisches Verständnis sowie logisches Denken sind ebenfalls feste Testbausteine des schriftlichen Feuerwehr Einstellungstest. Auch solltest du über ein gutes Allgemeinwissen verfügen und über das aktuelle Tagesgeschehen informiert sein. 

Sportprüfung und praktischer Teil

In vielen Feuerwehr Auswahlverfahren an erster Stelle, der Sporttest mit praktischen Teil. Mit der körperlichen Eigungsfeststellung wird deine physische Leistungsfähigkeit in unterschiedlichsten Disziplinen geprüft. Hier kommt es vor allem auf deine Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft sowie Reaktion, Gleichgewicht und Koordination an. Liegestütze, Beugehang, Handkraft messen, Gleichgewichtstest und Drehleitersteigen sind nur einige Übungen die dich im Feuerwehr Sporttest erwarten. Ausführliche Informationen über den sportlichen Teil des Feuerwehr Einstellungstest findest du hier.

Der darauffolgende praktische Teil bezieht sich auf einsatzrelevanten Übungen, die dazu dienen, deine Koordinations- und Teamfähigkeit einzuschätzen. Hierzu wird in der Regel der Umgang mit einfachen Gerätschaften und das Lösen einfacher handwerklich-technischer Aufgaben beurteilt. 

Einzelinterview

Das Einzelinterview oder auch Vorstellungsgespräch dient vor allen Dingen dazu dich persönlich kennen zulernen und dein Verhalten in bestimmten Situationen zu beurteilen. Neben deiner Selbstpräsentation werden dir von dem Auswahlkomitee unter anderem Fragen zu deiner Berufsmotivation, dem Berufsbild und deinen Stärken und Schwächen gestellt. Des Weiteren kann das Einzelinterview auch aus einem Fallbeispiel oder einem Rollenspiel bestehen. Dazu werden gerne einsatzbezogene Situationen nachgestellt die du dann meistern musst, wie z.B. die Simulation eines Notrufes. Diese werden dann meist mit Mitarbeitern oder anderen Bewerbern durchgespielt. 

Eine Gruppendiskussion kann ebenfalls im mündlichen Feuerwehr Einstellungstest auf dich zu kommen. Dort musst du mit weiteren Bewerbern über ein bestimmtes Thema diskutieren und gegebenenfalls Stellung beziehen bzw. Lösungen ausarbeiten. Mehr über das mündliche Auswahlverfahren bei der Feuerwehr kannst du hier nachlesen. 

Amtsärztliche Untersuchung

Die amtsärztliche Untersuchung erfolgt jeweils im Anschluss an das Auswahlverfahren (nicht selten beim polizeiärztlichen Dienst). Die Untersuchungen dienen grundsätzlich dazu deine Eignung für den Feuerwehr- und Rettungsdienst festzustellen. Auch deine Tauglichkeit für das Tragen von Atemschutzausrüstung aus medizinischer Sicht wird begutachtet. Weiter gehören zu den Hauptuntersuchungen…

  • ein Belastungs-EKG,
  • ein Hör- und Sehtest,
  • ein Lungenfunktionstest,
  • eine körperliche Untersuchung mit eventuellen Röntgenaufnahmen
  • und ein Urin- sowie Bluttest.

Wenn es aus medizinischer Sicht keine Beanstandungen gibt, steht prinzipiell einer Einstellung bei der Berufsfeuerwehr nichts mehr im Wege und du kannst zur Ausbildung zugelassen werden. 

Die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr

Für die Ausbildung bei einer der über einhundert Berufsfeuerwehren in Deutschland sind bestimmte Voraussetzungen und Qualifikationen zu erfüllen, die dazu berechtigen eine Laufbahn im mittleren, gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst zu starten. Denn als Feuerwehrmann bist du schon während deiner Ausbildung Beamter auf Widerruf und mit erfolgreichen Laufbahnabschluss Beamter auf Probe sowie später einmal Beamter auf Lebenszeit. Für eine Ausbildung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau benötigst du in der Regel eine bereits abgeschlossen Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium, aber auch ein Direkteinstieg  – mit der Stufenausbildung – ist in einigen Bundesländern möglich. 

Wichtig zu wissen ist, dass du bei Einsätzen immer wieder mit einzelnen Situationen konfrontiert werden kannst, mit denen du möglicherweise nicht zurechtkommst, denn als Feuerwehrbeamter musst du schnelle und qualifizierte Hilfe in Not- oder Gefahrenlagen leisten. Außerdem solltest du dir im Klaren sein, dass du als Feuerwehrmann nicht nur Brände löschst, sondern größtenteils Erste-Hilfe leistest bzw. Maßnahmen zur medizinischen Notfallrettung durchführen wirst. 

Ablauf der Ausbildung

Inhalte der Ausbildung

Wie gestaltet sich die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr?

Die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr dauert je nach Laufbahn insgesamt 18-24 Monate und besteht aus mehreren Ausbildungsabschnitten. In einer dualen Ausbildung wird den Anwärtern/-innen an der Feuerwehrschule des Landes sowie dem Ausbildungszentrum der Feuerwehr theoretische und praktische Inhalte vermittelt. Des Weiteren werden im Ausbildungsverlauf regelmäßig Praktika und einsatztaktische Übungen auf Feuerwachen bzw. in Fachabteilungen der Feuerwehren abgehalten. 

In der feuerwehrtechnischen Grundausbildung werden dir erste Grundlagen der Brandbekämpfung und Hilfeleistung beigebracht. Weitere Schwerpunkte der Grundlagenausbildung sind unter anderem Technik, Feuerwehrtaktik, Atemschutz und Naturwissenschaft. Auch eine Ausbildung zum Maschinisten sowie eine theoretische und praktische Führerscheinausbildung der Klasse C/CE​ ist Bestandteil der feuerwehrtechnischen Lehre. Im Anschluss an die Grundausbildung folgt die Ausbildung für den Rettungsdienst und gegebenenfalls – Laufbahn abhängig – Gruppenführer- und Zugführer-Ausbildung, Lehrgänge für Personalführung sowie Fortbildungen im Bereich Einsatzrecht, Organisation und Betriebswirtschaftslehre. 

Die Ausbildungsabschnitte der feuerwehrtechnischen Ausbildung im Überblick:

  • Feuerwehrtechnische Grundausbildung (einschl. ABC I, Ausbildung zur Personenbefreiung aus Aufzuganlagen, Grundlagenausbildung zum Maschinisten)
  • Ausbildung zum Rettungssanitäter
  • Aufbaulehrgang und Zusatzausbildung (z.B Motorkettensägenführer und Maschinist)
  • Feuerwehrtechnisches Wachpraktikum mit Führerscheinausbildung der Klasse C/CE
  • Vorbereitung auf die Laufbahnprüfung mit anschließender Prüfung
  • Nachfolgend: Ausbildung zum Rettungsassistent

Die Ausbildung zum Rettungsassistenten umfasst weitere theoretische und praktische Ausbildungen in Schule und Klinikpraktikum. 

Die wesentlichen Inhalte der feuerwehrtechnischen Ausbildung

  • Fachtechnische Grundlagen:
  • Brennen und Löschen
  • Strahlenschutz und gefährliche Stoffe
  • Wärmelehre, Elektrizitätslehre sowie Mechanik-Lehre
  • Baukunde 
  • Fahrzeugkunde inklusive Fahrausbildung:
  • Feuerwehrfahrzeuge, Leiter- und Kranfahrzeuge, Feuerlöschboote
  • Gerätekunde:
  • Atemschutzgeräte, Löschgeräte (z.B. Schläuche, Pumpen Armaturen etc.),
  • Rettungsgeräte (z.B.  Motorsägen, Schere u. Spreizer)
  • Einsatzlehre:
  • Einsatzplanung und Einsatztaktik
  • Gefahren am Einsatzort und Unfallprävention
  • Brandbekämpfung (Einsatzübungen, Löschwasserversorgung, Löschwasserförderung)
  • Vorbeugender Brandschutz und Gefahrenabwehr
  • Technische Hilfeleistungen und Einsatzübungen: Rettungsdienst, Fernmeldedienst
  • Staats- und Verwaltungskunde:
  • Organisation und Dienstbetrieb der örtlichen Feuerwehren
  • Rechtsgrundlagen des Feuerwehrdienstes
  • Staatsbürgerkunde und Haushaltswesen
  • Verwaltungsschriftverkehr
  • Beamtenrecht, Disziplinarrecht, Personalvertretungsrecht
  • Weitere Ausbildungsinhalte:
  • Ausbildung im Rettungsdienst
  • Sport, Konditions- bzw. Fitness-Training
  • Rettungsschwimmen, Tauchen

Stufenausbildung - Erste Stufe (1. – 18. Monat)

Die ersten 18 Monate der Stufenausbildung sind für die handwerklich-technische Grundausbildung angedacht, diese wird noch vor dem eigentlichen Vorbereitungsdienst zum Brandmeister oder zur Brandmeisterin durchgeführt. Erst danach beginnt die Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst mitsamt dem rettungstechnischem Lehrgang. 

In der ersten Stufe der Stufenausbildung eignest du dir handwerklich-technische Fähigkeiten in den folgenden Gewerken an:

  • Holzbau
  • Metallbau
  • Elektrotechnik
  • Installationstechnik
  • Nachfolgend: 18 Monate Vorbereitungsdienst für die mittlere feuerwehrtechnische Laufbahn

Welche Möglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach bestandener Ausbildung folgt die Übernahme ins Beamtenverhältnis und der Einsatz im Löschzug. In deiner weiteren Feuerwehrlaufbahn kannst du nun jede Menge Fort- und Weiterbildungen besuchen, wie z.B. die zum Rettungsassistenten oder des Brandschutzmeister. Auch sind verschiedenste Zusatzausbildungen in vielen Feuerwehren möglich. Die Palette reicht von den Ausbildungen zum Drehleiter-Maschinisten über zum Leitstellen-Disponenten bis hin zum Wachausbilder. Darüber hinaus sind auch Spezialisierungen, wie z.B. die zum Höhenretter, Taucher oder Fachkraft für die Schiffsbrandbekämpfung möglich.      

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es bei der Feuerwehr?

Für eine Karriere im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst ist normalerweise ein abgeschlossenes Studium Voraussetzung, jedoch kannst du als qualifizierter und bewährter Gruppenführer aus dem mittleren Dienst in den gehobenen Dienst aufsteigen. Die über zweijährige Ausbildung unterteilt sich in der Vorbereitungsphase in vier Abschnitten, anschließend folgt der Brandinspektorenlehrgang mit entsprechender Laufbahnprüfung. Nach erfolgreichen Abschließen wäre die Funktion als Zugführer im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst möglich. Bei entsprechender Eignung und Qualifikation besteht ebenfalls die Möglichkeit aus dem gehobenen Dienst, in den höheren feuerwehrtechnischen Dienst zu wechseln.

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